Redebeitrag von Dr. med. Michael Wey - Frischer Wind e.V.


Dr. med. Michael Wey

Vorstellung zur Neugestaltung einer Gesundheitsversicherung, die gerecht, zukunftsfähig und europaweit anwendbar ist.


Sehr geehrte Damen und Herren!


Ende August hat der Chefredakteur der Wirtschaftswoche, Herr Roland Tichy, die zweite Halbzeit unserer großen Koalition eine gefährliche Idylle genannt und es auf den Punkt gebracht mit dem Satz: „In Meseberg ziehen die Pferde in die falsche Richtung: „Hin zu mehr Staat, mehr Bürokratie und weniger Freiheit.“

Dagegen  entwickelt sich die Medizin zum Jobmotor mit derzeit 4,2 Millionen Arbeitsplätzen und der Option auf eine weitere Million infolge der zunehmenden Alterung unserer Bevölkerung. Das Gesundheitswesen ist deshalb nicht nur ein Kosten-, sondern ein gigantischer Wirtschaftsfaktor wie sogar Ulf Fink beim Hauptstadtkongress in Berlin vor 6.000 Teilnehmern feststellen musste.

Das Mannheimer Zentrum für europäische Sozialforschung hat das Vertrauen der Bürger in 15 EU Staaten in ihre nationalen Gesundheitssysteme mit dem Ergebnis untersucht, dass in Deutschland von 1996 gegenüber heute die Zufriedenheit von 64 % auf 31 % gefallen ist.

Auf dem Weg in eine Gesellschaft des gesunden Menschenverstandes möchte ich gerne Begleiter und Mitgestalter sein. Als Vorsitzender des seit 1994 bestehenden Vereins " Frischer Wind e.V. " bedanke ich mich für die Möglichkeit, Ihnen eine von allen Bevölkerungsschichten erarbeitete „Gesundheitsabsicherung heute“ vorstellen zu dürfen.

Herr Roland Baader hat in seinem bemerkenswerten Buch " Kreide für den Wolf " nach der Wende die Gefahren sozialistischer Handlungsweise aufgezeigt und darin folgenden Traum formuliert: „Ich träume von einem voll besetzten Bundestag und folgender Rede eines mutigen Abgeordneten: meine Damen und Herren: Ich bin ein glühender Anhänger des demokratischen Rechtsstaates, ich bekenne mich zur freiheitlichen, individualistischen und christlichen Kultur, Tradition und Zivilisation des Abendlandes und der freien westlichen Welt.

Ich brauche Eure Subventionen und Transferzahlungen nicht, ich will nicht Euer Kinder-, Mutterschafts- und Sterbegeld, nicht Eure 1000 Almosen und milden Gaben, die ihr mir vorher aus der Tasche gezogen habt - und mir und meinen Kindern noch in 50 Jahren aus der Tasche ziehen werdet. Ich brauche keine subventionierte Butter, kein Quoten - Rindfleisch und keine preisgarantierte Milch, keine EU- genormten  Planwirtschafts-Erbsen und keine minister- gelisteten Medikamente; (ich brauche keinen Schwerbeschädigtenausweis für meine Plattfüße und keinen Almosen - Freibetrag für meine pflegebedürftige Großmutter, auch keine Kilometer- pauschale und keinen Kantinenessensbon). Alle Eure Wahlfang - Pfennige und - Scheine könnt ihr euch an den Hut stecken. Aber lasst mich dafür auch in Frieden. Ich bin nicht Euer Buchhalter, Statistiker und Belegsammler, der die Hälfte seiner Lebenszeit damit zubringt, eure Schnüffel- Bürokratie zu befriedigen,  (der von einem Paragraphen - Knäuel zum anderen taumelt und sich wie eine gehetzte Ratte durch alle Kanalwindungen Eurer kranken Steuergehirne windet. Schickt Euer Millionenheer von Faulärschen und parasitären Umverteilern nach Hause, Eure Vor- und Nachdenker moderner Wegelagerei und Strauchdiebeskunst, Eure  Bataillone von Steuerfilz - Produzenten, Labyrinth - Pfadfindern und Paragraphen - Desperados, eure Funktionärs-Brigaden von  Verordnungs- Guerilleros und Stempelfuchsern, all’ die nutzlosen Formularzähler und Arbeitsverhinderungsfürsten). Lasst mich einen festen, eindeutigen und ein für allemal fixierten Steuersatz zahlen, bezahlt damit eine angemessene Verteidigungsarmee und ein verlässliches Rechtswesen, aber haltet Euch ansonsten heraus aus meinem Leben. Dies ist mein Leben, ich habe nur eines und dieses eine soll mir gehören. (Ich bin niemandes Sklave, niemandes Kriecher und niemandes Liebesdiener.) Ich bin ein freier Mann, der für sein  Schicksal selbst und allein verantwortlich ist, der sich in die Gemeinschaft einfügt und die Rechte anderer genauso respektiert wie er seinen eigenen Pflichten nachkommt, der aber keine selbsternannten Ammen und scheinheilige Gute Onkels, keine ausbeuterischen Wohltäter und von mir bezahlte Paradiesverkünder braucht. Was ich brauche, das sind: Freunde, Familie und rechtschaffene Christenmenschen, in guten und in schlechten Zeiten (und ich bin Freund, Familienmitglied und Christ, auch dann, wenn es anderen schlecht geht; aber dazu brauche ich keine Funktionäre und Schmarotzer, keine bezahlten Schergen und staatsversorgte Wohltäter. Dazu brauche ich nur die mir Nahestehenden und den Herrgott. Hier stehe ich. Gott helfe mir! Ich kann nicht anders! ")

Zu meiner Person: Ich bin Arzt für Allgemeinmedizin und beschäftige mich in einem Spezialgebiet mit dem Netzwerk Gehirn und seiner Funktionsweise vor allem bei Krankheiten wie Depression, Angst, Zwang, Autismus und ADS. 1991 habe ich mit einigen Kollegen die Initiative „Frischer Wind“ in Südbaden gegründet, aus der ein Verband für jeden engagierten Bürger entstand. Gemeinsam haben wir das Modell einer sich selbst steuernden Balance für die Versorgung in gesunden und kranken Tagen erarbeitet.

Über ein sicher noch ausbaufähiges Metaplan - Verfahren haben wir auftretende Fragen zügig, innovativ und demokratisch bearbeitet und konnten mit allen Berufsgruppen unserer Gesellschaft ein neues Versorgungsmodell entwickeln, das nun Bestandteil eines gemeinsamen zukünftigen Parteiprogramms werden könnte. Mit der Servalis Health Group in Nürnberg sind wir bereits dabei, unser Modellprojekt in die Wirklichkeit zu transportieren. Unser Modell besteht aus den bekannten Grundelementen einer medizinischen Versorgung: Eigenverantwortung, Subsidiarität und Solidarität. Diese Ziele erreichen wir mit der neuen Gesundheitssicherung, für die der Staat durch sein zuletzt erlassenes WSG (Wettbewerbs-Stärkungs-Gesetz) schon einmal die Versicherungspflicht vorgegeben hat. Eine Pflichtversicherung nach dem Muster der 250 derzeit noch bestehenden gesetzlichen Krankenkassen wird dadurch zum Auslaufmodell.

In unserem Versorgungsmodell zahlt jeder Bürger nach einem prozentualen Anteil von ca. 12%  genau wie heute seinen monatlichen Beitrag. Diese Einzahlungen werden auf seinem Patientenkonto angesammelt, wovon er alle medizinischen Leistungen bezahlt. Zum Aufbau eines Solidarfonds werden 30 Prozent aller Einzahlungen diesem zugeführt. Als Zwischenschritt wird das nicht ausgegebene Geld der gesunden Mitbürger dieser Versorgungsgemeinschaft subsidiär als Dreijahresdispositionskredit zur Verfügung gestellt, was eine unbürokratische Überziehung des Patientenkontos ermöglicht. Erst nach Verbrauch der vorhandenen Eigenmittel garantiert der gemeinsam aufgefüllte Fonds den Basistarif für alle notwendigen medizinischen Leistungen. So wird jeder Patient zum Privatversicherten, Betrug auf Patienten- und Anbieterseite wird unmöglich und eine sich selbst steuernde Balance funktioniert ohne staatliche Eingriffe.

Nach Erhard Eppler kommt Staat vor Privat, eine typische sozial-sozialistische Sichtweise, wogegen Philipp Bobitt seit 2002 die Meinung vertritt, dass wir den Nationalstaat zu Gunsten eines Marktstaates verlassen werden. Ergänzen möchte ich dazu noch die Meinung, dass wir vom pyramidalen Denken auf dem Weg in die Arena sind, in der sich die Machtstrukturen endlich in Richtung einer Demokratie aller Bürger verändern.

Sie alle hier sind Edelsteine, die erkannt haben, dass wir nur zusammen dafür sorgen können, zukünftig in einem Miteinander statt im Nebeneinander von Interessen oder gar im Gegeneinander von Parteien unsere gemeinsame Zukunft zu gestalten. Die Kunst wird nun sein, dass sich jeder hier einbringt und wir gemeinsam für unsere Mitbürger eine Zukunft entwickeln, der diese zustimmen können.

Die Freiheit soll eine individuelle Entfaltung zulassen und nicht Grenzenlosigkeit und Zügellosigkeit bedeuten. Die Gleichheit soll für jeden Mitbürger vor dem Gesetz gelten aber nicht für den Besitz und die Brüderlichkeit gilt für ein herzliches Miteinander und nicht für eine zwanghafte Umverteilung der irdischen Güter durch eine Staatsmacht.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen erfolgreichen Abschluss dieses Tages als Beginn eines neuen demokratischen Verständnisses. Mit der Erkenntnis von Rudolf  Dömötör von der Wirtschaftsuniversität Wien beschließe ich meine Ausführungen: " Erfolg ist ein Ergebnis zielgerichteten Engagements "!

Engagieren wir uns!!!


Dr. med. Michael Wey

Am Stadtgarten 28

77855 Achern


T. 07841-1444

F. 07841-709334

friwind@t-online.de

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