Die hier von mir vertretenen Ansichten sind nicht die der Partei "Die Violetten",
ein Parteikonzept zum Thema Bildung ist noch nicht erstellt.
Einer Gemeinschaft (Gesellschaft) kann es nur dann wirklich gut gehen, wenn es jedem einzelnen Mitglied der Gemeinschaft gut geht. Und dass neben einer funktionierenden, gesunden Natur und Umwelt die Kinder und Jugendlichen unser wertvollstes Potential für die Welt von morgen sind, ist uns allen klar.
Also sollte die Verantwortung für eine gute Betreuung und Bildung aller Kinder, nicht nur Eltern- und Lehrersache, sondern unser gesamtgemeinschaftliches Anliegen sein.
Auf Grund der sehr guten Erfolge bei der Pisa–Vergleichs–Studie könnte eine strukturelle und menschliche Orientierung am finnischen und schwedischen Schul- Bildungs- und Gesellschaftssystem von Vorteil sein.
Beispiele dazu:
- Die Aufmerksamkeit und Fürsorge der Gemeinschaft für jeden neuen Erdenbürger beginnt dort bei jedem Mädchen und jeder Frau, die ein Baby erwarten, vom Beginn der festgestellten Schwangerschaft an!
- Für alle Kinder stehen vom Kleinkindalter an qualifizierte Betreuungsangebote zur Verfügung und der Kontakt von Familienhelfern wird auch nach der Geburt des Kindes zu den Familien aufrechterhalten und gepflegt.
- Der einzelne Mensch und sein Wohlergehen und die Entfaltung seiner Persönlichkeit und seiner individuellen Begabungen zum Wohle der Gemeinschaft stehen im Mittelpunkt des Interesses der Gesellschaft.
- Alle Angebote der Gemeinschaft wie Kinderärzte, Ergotherapeuten, Familienberater, Familientherapeuten, Drogenberater, Sozialarbeiter und andere Fachkräfte stehen neben den Familienhelfern zur individuellen Betreuung der Kinder in den Betreuungs- und Bildungsinstitutionen und den Familien jederzeit zur Verfügung und werden angenommen, auch weil sie mit der dementsprechenden Einstellung angeboten werden.
- Im finnischen und schwedischen Bildungssystem lernen alle Kinder gemeinsam bis zum 9. Schuljahr (unabhängig von ihrer familiären Herkunft, ihrer religiösen Einbindung oder anderen Faktoren)
- Dass entstehende Probleme "direkt vor Ort" gelöst werden können, liegt neben der Einstellung zum einzelnen Menschen und seinem Wert für die Gemeinschaft und neben der Mitwirkung aller oben erwähnten Hilfsangebote auch an der sehr viel geringeren Anzahl von Kindern/Schülern pro Gruppe/Klasse.
- Es gibt einen allgemeinen ZIELPLAN, in dem aufgeführt ist, welches Grundwissen erworben und welche Fähigkeiten am Ende des 9.Schuljahres vorhanden sein sollten, dabei liegt es aber in der Verantwortung jeder Schule und Gemeinde, wie dies erreicht wird.
- Lernen heißt: durch Experimente Erkenntnisse zu gewinnen,
- um das zu unterstützen sind zusätzlich zu den Lehrern einerseits entsprechende Fach- und Neigungskräfte direkt in den Bildungseinrichtungen tätig und anderseits lernen die Kinder, Schüler, Erwachsenen nicht nur in den Gebäuden der Bildungseinrichtung,
- sondern an authentischen Lernorten: in Betrieben, an Baustellen, in der Natur, in Forschungseinrichtungen und außerhalb der Landesgrenzen.
- Forschungs- ,Wirtschafts- und Bildungseinrichtungen (wie Universitäten und Schulen ) arbeiten eng zusammen und sind im ständigen lebendigen Austausch miteinander.
- Es gibt keine Noten, damit die Schüler um der Inhalte willen und nicht für Noten lernen.
- Damit Schüler ein realistisches Bild vom Stand ihres Könnens erhalten, gibt es allgemeine und standardisierte Tests, Selbsttests und Rückmeldungen der Lehrer und Betreuer über die Fortschritte und Ergebnisse.
Wünschenswerte Ergänzungen, die zum Teil schon praktiziert werden:
- Musische, künstlerische, handwerkliche, technische, soziale, sportliche, sprachliche, naturwissenschaftliche, spirituelle Talente sollten als gleichbedeutend angesehen, gefördert und ausgebildet werden.
- Das schulische Bildungs- und Betreuungsangebot wird durch das Mitwirken von Vereinen, speziell für die Arbeit mit Jugendlichen ausgebildeten und daran interessierten Polizisten, Eltern, Großeltern, Rentnern, Studenten, Vertretern von Berufsgruppen und Forschungseinrichtungen, älteren Mitschülern und anderen Menschen, die Freude daran haben, ergänzt und bereichert.
Da in den Industrienationen die intellektuellen Begabungen und das reibungslose Funktionieren innerhalb der Familien, der Bildungseinrichtungen, der Gemeinschaft, dem Staat und besonders in der Berufswelt in der Vergangenheit oft an die erste Stelle gestellt wurden, hat das leider zur Folge, dass die dabei oft ignorierte und unterdrückte Gefühlswelt der Menschen zu vielen ungewollten Auswirkungen führt: psychosomatische Krankheiten, wie z.B. Depressionen, Süchten, Gewalttaten gegenüber Schwächeren, Vernachlässigung von Kindern und alten Menschen, um nur einige zu nennen.
Deshalb muss, neben der Alltagsbewältigung, der Umgang mit Gefühlen eine der wichtigsten Lernaufgaben innerhalb der Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sein. Mit den Fähigkeiten, die eigenen Gefühle wahrzunehmen, ernst zu nehmen, ihnen Raum zu geben, müssen auch "Strategien" gelernt und geübt werden, wie man mit diesen Gefühlen umgehen kann, ohne sie gegen sich selbst oder andere Menschen in Wort oder Tat zu richten.(nach: Robert T. Betz, www.robert-betz.de)
Dafür müssen einerseits entsprechende Freiräume vorhanden sein und Trainer/Lehrer/Betreuer, die damit umgehen können.
Da es inzwischen auch in Deutschland sehr viele gute alternative Kindergärten-, Kinderhort- und Schulmodelle gibt, muss das Rad auch hier nicht neu erfunden werden.
Von den vielen guten Ansätzen sollen hier nur einige wenige beispielhaft genannt werden: Montessorischulen, Waldorfschulen, die Offene Schule in Kassel-Waldau, andere gute integrierte Gesamtschulen, die Laborschule Bielefeld, die Comeniusschule in Darmstadt, unterschiedlichste freie Schulen, das sich weltweit inzwischen etablierende Sudbury-Konzept (www.sudbury.de), nach welchem bereits einige freie Schule in ganz Deutschland wie z. B. in Leipzig, in Berlin, in Marburg, in Freiburg und in Hamburg arbeiten.
Auch in der Dokumentation von Reinhard Kahl: Treibhäuser der Zukunft. Wie in Deutschland Schulen gelingen. Produktion: Archiv der Zukunft, werden einige gelungene Schulkonzeptbeispiele vorgestellt.
(Zitat aus der MDD – Stellungnahme „Kindeswohl im staatlichen Zugriff, -Neue Bildungsstandards und die Montessori – Pädagogik-, Prof. Dr. H. – J. Schmutzler, 19.07.2005)
Maria Montessori (1870-1952) war Ärztin und Pädagogin und arbeitete sowohl mit behinderten Kindern als auch mit Arbeiterkindern.
„Für Maria Montessori haben die frühe Kindheit und der Mensch einen inneren Wert (Würde) unabhängig von irgendwelcher „Brauchbarkeit“. Erziehung in frühe Kindheit heißt für sie Entfaltung der Persönlichkeit, ist ein aktiver, in Freiheit selbstbestimmter Prozess der Selbstgestaltung.
Ganzheitlichkeit, Sachlichkeit und Verantwortungsfähigkeit sind Grundpfeiler der Bildungs- und Erziehungsidee Montessoris.
Für sie ist die Entwicklungs- und Lernfreiheit primär anthropologisch und religiös–philosophisch begründet:
Das Kind als schöpferischer, die Mitwelten achtender Mensch soll sich in seine Schöpfungswirklichkeit einarbeiten, die Wirklichkeit sich aneignen und später verantwortlich, kompetent mitwirken in dem gesamten Schöpfungsprozess(….).
Pädagogisch ist daraus die Konsequenz zu ziehen, die für den aktiven Selbstgestaltungsprozess erforderlichen Lernmöglichkeiten und Hilfen bereit zustellen und die freie Entfaltung zu ermöglichen, damit das Kind zum aktiven, verantwortlichen Weltgestaltungsprozess, zur Bewahrung und schonenden Umgestaltung des Kosmos (durch „kosmische Bildung“) und Friedensfähigkeit befähigt und ermutigt wird.
Nicht die alleinige „Zurichtung“ des Kindes auf ökonomische, vermeintlich unabänderliche Notwendigkeiten, nicht die Zurichtung für eine unmittelbare Verwendbarkeit stehen im Mittelpunkt der Pädagogik, sondern grundlegend die freie, offene Entfaltung und Bildung der Persönlichkeit.
Das Kind in seiner persönlichen Freiheit, Würde und Selbstbestimmung mit Anderen, die offene persönlichkeitsentwicklunggebende Bildung das Maß und die Orientierung; von dort aus werden – um einer menschlichen Zukunft willen – politische und ökonomische Prozesse erst in ihrem Wert und Sinn bestimmt.
Die konkreten Forderungen daraus sind: Bereitstellung und Sicherung moderner hochqualitative Erziehungs- und Bildungsmöglichkeiten für alle Kinder und eine pädagogische Neuqualifizierung des pädagogischen Personals in Kindergärten und Schulen. (….)
Wichtige Voraussetzungen für die Verbesserung des Bildungssystems in Deutschland sind:
1. Dass Eltern, die im Grundgesetz bereits festgelegten, Möglichkeiten der Selbst- und Mitbestimmung über die Bildungsangebote für ihre Kinder einfordern und nutzen. Eltern haben nach Art.7 (4) das Bürgerrecht, eigene Schulen zu gründen. Dabei dürfen Schüler nicht nach den Besitzverhältnissen der Eltern ausgesondert werden.
2. Damit Schulförderungen und Schulgründungen nach den Wünschen der Eltern vereinfacht werden, müssten alle von den Eltern vor Ort bevorzugten Schulkonzepte, die ihre Tore für alle Schüler öffnen, finanziell den staatlichen Schulen gleichgestellt werden.
3. Demokratieformen, wie z.B. eine "direkte Demokratie", die es den Eltern, Schülern und allen an der Bildung beteiligten Menschen vereinfacht ermöglichen, selbstverantwortlich zu entscheiden, welche Schulformen am Ort entstehen und finanziert werden sollen, was und wie dort gelehrt und gelernt werden soll und ob der Anspruch auf "Konkurrenzfähigkeit" noch im Mittelpunkt der Bildungsbestrebungen stehen soll oder "der einzelne Mensch mit seinen Bedürfnissen, seinen Talenten und seinem individuellen Potential".
Da die meisten von uns, vor allem die Älteren, innerhalb der Familien-, Schul- und Berufsumfeldstrukturen noch wenig Gelegenheit hatten, wirkliche Demokratie zu erleben, muss oft der Erwerb demokratischer Grundfähigkeiten und Verhaltensweisen erst noch gelernt werden, u.a.:
- Andersdenkenden geduldig und genau zuzuhören
- andere Meinungen als solche stehen zu lassen und zu ertragen
- die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in andere Köpfe und Herzen hineindenken und hineinfühlen zu wollen und zu können
- konstruktiv mit anderen Meinungen umgehen zu können, ohne dabei seine eigenen Gefühle und seine eigene Meinung zu unterdrücken
- die Emotionalität des anderen Menschen aushalten zu können, ohne sich davon provozieren oder einschüchtern zu lassen
- deutlich und möglichst gewaltfrei in Worten und Taten, Grenzen zu setzen, wenn andere Menschen sich übergriffig verhalten
- die gemeinsam entwickelten Lösungen auch dann mit zu tragen und in die Tat umzusetzen, wenn sie den eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen nicht voll entsprechen.
Die konsequenteste „Erfüllung“ für diese „Bildungslücke“ bietet das oben erwähnte „Sudbury-Konzept“. An Schulen, die nach diesem Konzept funktionieren, bestimmen die Schüler selbst mit, wann, wo, wie und mit wem sie lernen.
„Demokratie“ steht dort also nicht im Theorielehrplan, sondern wird im täglichen Umgang miteinander und in allen die Schule betreffenden Entscheidungen tatsächlich geübt und gelebt.
Links und andere weiterführende Angaben zu dem Sudbury-Konzept "Demokratische Schulen":
|
www.sudbury.de www.sudbury-hl.de www.neue-schule-hamburg.de www.mit-kindern-wachsen.de |
Vortrag in Leipzig am 13.11.07 |
Zeitschrift:„Mit Kindern wachsen“ (siehe unter: www.mit–kindern-wachsen.de |
Bücher:1. Daniel Greenberg u.a., Die Sudbury Valley School, Eine neue Sicht auf das Lernen, tologo Verlag |
Sudbury-Schulen DVD(Preis 10 €) Interviews mit Schülern, Mitarbeitern, Eltern und Absolventen |
Bücher:2.Daniel Greenberg, Ein klarer Blick, Neue Erkenntnisse aus 30 Jahren Schule, tologo Verlag |
Wer soll das bezahlen???
Die von Prof. Götz W. Werner (GLS-Gemeinschaftsbank, dm-Märkte), Kai Ehlers, Dagmar Paternorga (Attac), der Partei "Die Violetten" und anderen vertretene Idee "des bedingungslosen Grundeinkommens für jeden Menschen“ eröffnet völlig neue Möglichkeiten für Betreuungsangebote und Bildungsangebote und die daran mitwirkenden Organisationen und Personen.
Für die körperlichen Grundbedürfnisse (Nahrung, Kleidung, angemessenes Wohnen) ist mit dem Grundgehalt für jeden Menschen gesorgt.
Das Grundeinkommen für die Kinder sollte in die vorschulische Betreuung und in das gesamte Bildungssystem (einschließlich der begleitenden Maßnahmen für Familienberatung und Familienhilfe) und besonders für die Einrichtung möglichst kleiner Lerngruppen investiert werden!
Da wir das Rad der Entwicklung nicht aufhalten können, sollten wir die Vielfalt der familiären Veränderungen als gegebene und sinnvolle Weiterentwicklung so annehmen und als gleichberechtigt akzeptieren wie sie sich formen: Großfamilien, Kernfamilien mit Vater, Mutter und Kind(ern), nicht-eheliche Lebensgemeinschaften, und weitere Familien- und Lebens- gemeinschaftsarten (nach Przibill, Alexander, www.bewusstsein-heute.de)
Im Sinne der freien Entfaltung jedes Individuums sollten Männer und Frauen frei entscheiden können ob, wie lange und in welchem Umfang es ihren Wünschen, Neigungen und Talenten entspricht, sich intensiv der Betreuung von Kindern zu widmen oder nach den Babyjahren der eigenen Kinder eher andere Tätigkeiten zu wählen.
Studien und Umfragen (Institut of Chile - Health, OECD – Studie, Studie des Bundesfamilienministeriums) haben u.a. gezeigt,
- dass die Fremdbetreuung der Kinder nicht zu Defiziten führen muss.
- dass die Zufriedenheit der Kinder nicht so sehr von der Anwesenheit der leiblichen Eltern, sondern vielmehr von der Ausgeglichenheit und der eigenen Zufriedenheit der Eltern bzw. anderer Bezugspersonen abhängt.
- dass viel mehr Männer als angenommen gerne mehr Zeit mit Kindern verbringen würden, wenn die Umstände es zuließen.
Die Grundabsicherung durch ein Grundeinkommen für jeden Menschen (z.B. nach Götz G. Werner über eine Konsumsteuer finanziert) könnte Weiteres ermöglichen, was jetzt noch nicht verwirklichbar scheint.
Götz G.Werner u.a.(www.unternimm-die-zukunft.de),
CD:Götz W. Werner, "Grundeinkommen für alle".
- (Berufs) – Tätigkeiten müssten nicht 8 Std. und mehr an einem Tag ausgeführt werden.
- Jeder Mensch könnte mehreren Berufs– Neigungstätigkeiten nachgehen.
- Auf saisonale, familiäre, gesellschaftliche und andere Erfordernisse könnte flexibel reagiert werden.
- Die jetzt als Ehrenämter ausgeführten Tätigkeiten würden durch ein Grundeinkommen auch für Menschen wählbar, die Freude daran hätten, aber nicht anderweitig finanziell abgesichert sind.
- Umschulungen und Weiterbildungen wären jederzeit für jeden Menschen (ohne Angst vor Unversorgtheit) möglich.
Zu Missverständnissen und Ängsten, die das Thema "bedingungsloses Grundeinkommen" hervorrufen könnte:
Das Grundeinkommen soll kein Einheitslohn sein! Es darf, kann und soll auch weiterhin viel und sehr viel verdient werden; wobei wünschenswert wäre, dass die Verdienste weder auf Kosten und zum Nachteil der Allgemeinheit noch auf halbkriminellen oder kriminellen Wegen „erwirtschaftet“ werden !
Das bedingungslose Grundeinkommen soll nur auf unkompliziertere und menschenwürdigere Weise als jetzige Zuwendungsarten (wie z.B. Hartz IV) dafür sorgen, dass die Grundbedürfnisse der Menschen, wie angemessenes Wohnen, Nahrung und Kleidung erfüllt werden können.
Mit dem Grundeinkommen sollen auch keine "Faulpelze" dazu eingeladen werden, es sich auf dem Rücken der Allgemeinheit bequem zu machen.
Nach der Befriedigung der Grundbedürfnisse und der tatsächlichen menschlichen Bedürfnisse (und damit sind nicht vorrangig Konsumbedürfnisse gemeint, sondern die menschlichen Bedürfnisse wie: wahrgenommen, geliebt, geachtet zu sein, dazuzugehören), hat jeder Mensch auch das Bedürfnis tätig zu sein.
Wenn die einmaligen schöpferischen Gestaltungskräfte eines jeden Kindes bewahrt und gefördert werden und jeder das tun darf, was er wirklich kann und gerne tut und wenn er es ohne Konkurrenzdruck und mit Begeisterung tun kann, wird das letztlich einen ausgewogenen Austausch von freiwilligem und freudigem Geben und Nehmen zur Folge haben.
Sollte sich das erst durch die veränderten Bildungsbedingungen etablieren müssen, dann könnten auch Übergangsregelungen erdacht werden, die z.B. jeden Menschen nach Beendigung der Schulzeit dazu verpflichten etwa 5 oder 6 Std. pro Tag für die Gemeinschaft tätig zu sein, um das volle Grundgehalt zu bekommen.
Das Zurverfügungstellen der eigenen Fähigkeiten und Kräfte sollte aber bereits in dieser Übergangszeit Auswahlmöglichkeit beinhalten, die den persönlichen Talenten und Neigungen entsprechen:
z.B. ob jemand Kinder betreuen möchte, Familienangehörige oder andere Menschen betreuen möchte, (nachweislich aktiv!) an einer Aus- oder Fortbildung teilnehmen möchte oder sich an anderen Aufgaben und Tätigkeiten für die Gemeinschaft beteiligen möchte.
Es gibt genugTätigkeitsbereiche für alle Menschen:
im Bildungsbereich, bei der Betreuung alter oder kranker Menschen, in landwirtschaftlichen Betrieben, in allen Bereichen, wo jetzt Menschen unter hohem Leistungsdruck und mit hohem Zeitaufwand Arbeit verrichten müssen, die verteilbar wäre, wenn der heute übliche Arbeitsplatz-Entlohnungszusammenhang neu überdacht würde. ( nach Götz G. Werner, CD: „Grundeinkommen für alle“)
Weitere Ideen zur Finanzierung optimierter Förderungssysteme für die Erwachsenen der Zukunft:
Vielleicht sollten wir uns statt mehrerer sehr personalintensiver und sehr teurer politischer Gremien lieber ein sehr personalintensives Bildungssystem leisten und einige Verwaltungsapparate hinsichtlich ihres Sinns und ihrer Effektivität überprüfen und neu ausrichten.
Vielleicht lohnt es auch darüber nachzudenken, ob es in Ordnung ist oder verändert werden sollte, dass privatwirtschaftlich organisierte Konzerne durch die Arbeitskraft der Menschen Gewinne erzielen, einen großen Teil dieser Menschen beliebig entlassen können, um wiederum bessere Dotierungen an der Börse zu erzielen, ohne einen Teil der daraus wiederum resultierenden Gewinne für die Versorgung der Menschen entrichten zu müssen, mit deren Engagement und Arbeitskraft vorher gerechnet wurde.
Beispiel Energiekonzerne: Dass die Stromnetze von den Steuerzahlern indirekt finanziert wurden, von den Stromkonzernen aber als deren Eigentum betrachten und genutzt werden, um wiederum ihre Gewinne zu steigern, die aber nicht der Gemeinschaft zugeführt werden, sondern im Besitz der Konzerne bleiben, dass obendrein die hohen Kosten für den Abbau der auslaufenden und veralteten Anlagen, wie z.B. der Atomkraftwerke, wiederum der Allgemeinheit direkt oder indirekt aufgebürdet werden, sollte und müsste neu überdacht und geregelt werden.
Und wir sollten nicht unterschätzen, was es kostet, die Folgen des Abwärtsstrudels, in den immer mehr Familien und ihre Kinder u.a. durch Hartz IV, Arbeitslosigkeit und zunehmende Chancenungleichheit geraten, aufzufangen. Justizkosten und Resozialisierungskosten sind hoch und müssen ebenso von der Allgemeinheit getragen werden. Warum dann nicht gleich das Geld in intensivere Familienbetreuung und gute Betreuungs- und Bildungseinrichtungen investieren, in denen die Kinder in möglichst kleinen Gruppen qualifiziert betreut und gebildet werden können?
Zum Schluss noch der Hinweis, dass in diesem Text immer nur die Er–Formen (männliche Bezeichnungsformen) von mir gewählt wurde, weil es in unserem derzeitigen Sprachgebrauch so einfacher ist; selbstverständlich sind die Sie - Formen immer gleichberechtigt mit gemeint.