Nun ist es amtlich bestätigt:   Gen-Mais ist Gift !

Bundesamt untersagt Monsanto den Verkauf von Saatgut


Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) erließ mit Datum 27. April 2007 eine bisher nicht veröffentlichte Verfügung (Aktenzeichen:   6788-02-13 (C/F/95/12-02)), die dem Monsanto-Konzern bis auf weiteres das Recht entzieht, Mais der Sorte MON 810 in Deutschland zu vertreiben, „da berechtigter Grund zu der Annahme besteht, dass der gentechnisch veränderte Mais eine Gefahr für die menschliche Gesundheit und die Umwelt darstellt“.* Eine Reihe von wissenschaftlichen Begründungen für diesen Schritt werden dazu aufgeführt.

Hochinteressant sind um so mehr die Fakten, welche im Teil II der Begründung des amtlichen Bescheides (Az: 6788-02-13 (C/F/95/12-02)) dann aufgeführt werden:

1. Risiken für Nichtzielorganismen* (Zielorganismus ist die Larve des Maiszünslers)

Jüngere Untersuchungen (2005) zeigten, dass und mit welchem Ausmaß das Bt-Toxin (Bacillus thuringiensis-Gift) über die Pflanze in höhere Nahrungskettenglieder gelangt.

Klar schädliche Wirkungen sind in Versuchsreihen auf räuberische Insekten (so auch auf natürliche Feinde der Maiszünßlerlarve) attestiert. Negative Effekte auf Schmetter-linge über Pollen wurden nachgewiesen. Wirkungen auf wichtige Organismengruppen, die eine große Rolle bei der natürlichen Schädlingsbekämpfung spielen, wurden bisher kaum bzw. nur schlecht untersucht.

2. Risiken für den Boden* (Anreicherung von Cry1-Proteinen, Gift aus der Pflanze)

Die Wirkung und Verweildauer des von der Pflanze gebildeten Toxins im Boden ist ungeklärt, jedoch besteht ein hohes Potential für ökologische Folgen. Eine aktive Abgabe des Giftes durch Wurzelausscheidungen erfolgt während der gesamten Vegetation, eine passive Abgabe während der Zersetzung der Ernterückstände im Boden. Das Bt-Toxin wird an Bodenpartikel in einer aktiven Form gebunden. Es bleibt länger als 200 Tage nachweisbar.

Schlussfolgerung des Bundesamtes ist u.a.:

Es besteht insbesondere die Gefahr, das durch Persistenz und Akkumulation langfristige und großflächige Wirkungen auf Umwelt und Natur eintreten werden.*(Zitat)

Wegen der unmittelbar bevorstehenden Aussaat war eine sofortige Entscheidung im öffentlichen Interesse aus Zeitgründen erforderlich*...so amtlich begründet. Das liest sich wie eine Verhöhnung der Bauern. Monsanto hatte Zeit genug, sein potentielles Giftsaatgut den Bauern anzudrehen, die es schnell ausbrachten, weil das Wetter passte.

Warum ist dieser Bescheid erst am 27. April ergangen, nach Abgabe des Saatgutes nd als das meiste Saatgut im Boden war? Die Risiken sind schon jahrelang bekannt.

Geschah das absichtlich ? Welche Wirkung hat das auf die diesjährige Aussaat?

Großflächiger Massenversuch an Mensch und Natur !

Minister Seehofer wird hierzu in der „taz“ zitiert: „Ich verpflichte die Bauern nur, künftig ein modernes Monitoring zu machen“, das bedeutet, zu einem Anbaustopp oder gar Umpflügen scheint Seehofer (vorerst) nicht bereit zu sein.

Das wäre ja ein Eingeständnis mit weitreichenden rechtlichen und finanziellen Folgen.

Mit dieser Verfahrensweise haben nun die Gen-Maisanbauer, die sich aktiv am Massenversuch an Mensch und Natur beteiligen, alle Verantwortung gegenüber dem Versuchsobjekt! Monsanto ist aus jeglicher Verantwortung und auch Herr Seehofer.

Für den Mais MON 810 ist keine Lebensmittelsicherheitsprüfung nach aktuellem EU-Zulassungsrecht erfolgt*. MON 810 hat keine Zulassung als Bestandteil von Lebensmitteln*. Trotzdem hatte Herr Seehofer MON 810 für den Anbau in Deutsch-land zugelassen! Wenn Blütenpollen dieser Maissorte in den Honig gelangt, ist er unverkäuflich. Wie ist das aber mit Milch, Butter und Käse, Fleisch, Fisch und Wild...?

Sollen unsere Böden wider besseres Wissen munter weiter verseucht werden?

Ein Skandal ohnegleichen! Wir lassen uns nicht zu Versuchskaninchen machen!

Glasklar erkennt man, wie aus Profitsucht Konzerne Hand in Hand mit Politik und Behörden die Gefahren der Gentechnik für die Verbraucher ignorieren.

Treten Sie zurück, Herr Seehofer !

Die Bestände der bestellten Flächen zu vernichten, ist dringend erforderliche Schadens-begrenzung. Umbruchkosten sind bei Herrn Seehofer einzufordern!

Landwirte, lasst Euch nicht weiter in diese Sackgasse der Naturzerstörung drängen. Bedingungslose Abhängigkeit von Monsanto etc. ist die fatale Folge.

Die meisten Ackerflächen sind Pachtland. In den Pachtverträgen steht in etwa geschrie-ben „das übergebene Land ist nach Beendigung der Pacht im ursprünglichen Zustand zurückzugeben“. Doch wie soll das gehen, wenn nach gar mehrmaligem Bt-Maisanbau im Laufe der Pachtung kein gesunder Boden mehr da ist? Wenn laut amtlicher Aussage (Akkumulation) daraus möglicherweise Sondermüll wurde, eine Giftdeponie entstand? Wer bezahlt dann die Kosten für die Bodenreinigung?


Fragen Sie ihren Minister, Landrat oder Bürgermeister, was sie taten  und tun werden, die „...Gefahr für die menschliche Gesundheit und die Umwelt...“* von den Menschen in ihrem Verwaltungsgebiet fernzuhalten, abzuwenden oder zumindest zu begrenzen. Die Verfügung des BVL ist dort bekannt.


Erst wenn der letzte Baum gefällt ist, der letzte Fluß vergiftet und der letzte fußbreit Boden verseucht ist, werden alle merken, das man Geld nicht essen kann.


Gotthard Ringel
                        

*aus dem Bescheid des BA für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit