Noch steuern die Imperien den Gang der Dinge nach ihren Interessen.
Da drehen die USA, China, Russland und andere am 2. Uno-Klimabericht, der von zweieinhalb tausend Wissenschaftlern aus der ganzen Welt erarbeitet wurde, um ihre Verantwortung für das Desaster zu kaschieren, Artensterben, Temperaturanstieg, Ressourcenknappheit usw. Doch keine Regierung verwahrt sich gegen diesen Angriff auf die Zukunft ihrer Völker.
Mit offenen Augen treibt die Menschheit der Naturkatastrophe entgegen. Es ist sinnlos, diese Tatsache zu bestreiten oder zu relativieren. Auch die selbstgefälligen Ziele der EU sind nur Augenwischerei, mit denen der Eindruck erweckt werden soll, als würde man sich der Aufgabe stellen. Aber in Wirklichkeit gibt es kein Umdenken. Notwendig ist vor allem ein grundlegender und weltweiter Wandel in der Energiewirtschaft mit der Zielstellung, unseren Energiebedarf aus dem Volumen zu decken, das uns die Sonne täglich liefert. Das ist das große Kunststück, welches die Menschheit vollbringen muß. Notwendig ist darüber hinaus ein globales Programm zur Sanierung des ganzen Naturhaushaltes, in das alle Mittel fließen, die gegenwärtig für militärische Zwecke ausgegeben werden. Deutschland kann hier eine Pionierrolle übernehmen. Das würde ein großes Aufatmen auslösen und das Spiel mit der Angst beenden. Das wäre die längst fällige Absage an die anachronistische Gewaltpolitik der USA und der EU.
Alles nur Phantasterei, fernab von der Wirklichkeit? „Der Klimawandel ist heute das Sicherheitsrisiko Nr. 1 für die Menschheit.“ Diesen Worten von Heidemarie Wieczorek-Zeul(SPD) können wir zustimmen, obwohl es um mehr geht, nämlich um den Zusammenbruch der natürlichen Lebensbedingungen des Menschen. Auch ist die Empörung berechtigt, mit der Herr Gabriel(SPD) den USA „wissenschaftlichen Vandalismus“ vorwirft. Aber welche Schlussfolgerungen werden gezogen? Das ist hier die Frage. Die Bundesregierung ist unglaubwürdig, wenn sie angesichts des großen Unheils, welches da auf uns zukommt, nicht ihre gesamte Außen- und Sicherheitspolitik neu definiert. Doch wir trauen beim besten Willen der Frau Merkel nicht zu, dass sie dazu den Mut hat. Das entspricht nicht ihrem politischen Naturell. Oder glauben Sie, lieber Leser, dass sie Herrn Busch beim G8-Gipfel diese Ohrfeige gibt und damit eine Kehrtwendung um 180 Grad vornimmt?
Wahrheiten sind hartnäckig. Es ist besser, den Kram hinzuwerfen, als eine Wahrheit zu verdrängen, die nicht in den Kram passt.
J. Hertrampf