Begrenzt sich das Schlechte und Gefährliche selbst?

Elke und Dr. Gundolf Fuchs


Die Muslimbruderschaft vertritt eine Lebenshaltung aus der die Politik erwächst, die man weder freiheitlich noch duldsam nennen kann. Da es aber auch andere religiöse Gruppen gibt, die unheilvollen Gedankenrichtungen anhängen, kann es geschehen, daß sich diese Gruppen zum Segen der Menschheit gegenseitig in Schach halten.

Ein erstrebenswerter Zustand ist das allerdings nicht, denn er bringt durch Gegnerschaft Unfrieden, aber er verhindert immerhin brutales ungehindertes Vorgehen einer Seite.


Unter http://www.israeltoday.co.il/News/tabid/178/nid/23070/language/en-US/Default.-aspx, findet man die Meldung

„Israel-Egypt peace appears to be nearing its end“ (Der Friede zwischen Israel und Ägypten scheint sich seinem Ende zu nähern) Tuesday, January 03, 2012 | Ryan Jones

Der Artikel beginnt (übersetzt) Die neue beherrschende politische Macht in Ägypten, die Muslimbruderschaft beschloß (vowed) diese Woche, Kairos Feind-schaft gegenüber Israel zu vergrößern und wird möglicherweise sogar die Vereinba-rungen aus dem „Camp-David-Vertrag“ zu streichen.

Diese Willensrichtung widerspricht allen Grundsatzerklärungen durch ägypti-sche, israelische und westliche Diplomaten, daß die „Camp-David-Vereinbarungen nicht in Gefahr seien. Aber die Kehrtwendung kommt für Beobachter, die die Lage mit realitätsbezogener Brille betrachten, keinesfalls überraschend.

In einem Interview mit der arabischen Zeitung Al-Hayat, das am Sonntag veröffentlicht wurde, beharrte der Muslim Brotherhood deputy leader Dr. Rashad Bayoumi darauf, daß seine Gruppe nie das Israel oder sein Existenzrecht „unter allen Umständen“ anerkennen werde.

In ähnlicher Weise hatte sich Ahmadineschad vor etlichen Jahre schon einmal ausgesprochen. Diese Äußerung war dann als eine neue Holocaust-Drohung gegen die Juden ausgelegt worden. Dabei hatte der iranische Regierungschef ausdrücklich nur vom derzeitigen israelischen Unrechtsstaat gesprochen, der von der Landkarte verschwinden müsse, nicht von dessen Bürgern, also den Juden in Israel.

Als Bayoumi an die Camp-David-Vereinbarungen erinnert wurde, die die ägyptische Regierung einzuhalten hätte und zu friedlichen Beziehungen zu Israel verspflichtet sei, sagte er: das interessiere ihn nicht. ... „Die Bruderschaft hält sich an internationale Konventionen, sie wird aber rechtliche Maßnahmen gegen den Friedensvertrag mit dem zionistischen Gebilde ergreifen.“

Bayoumi's Äußerungen sind vor dem gewaltigen Wahlsieg seiner eigenen Partei und einer weiteren stark islamisch ausgerichteten Partei zu sehen, die nach den ersten beiden Wahlrunden etwa 40 bzw. 30 der Stimmen auf sich vereinigen konnten. Damit hätte der islamische Block, wenn es nicht noch zu einer Verschiebung kommt, mehr als eine Zweidrittelmehrheit.

Bemerkenswert ist noch folgende Meldung: Westliche Staatschefs haben versucht, die Tatsache herunterzuspielen, daß die nächste ägyptische Regierung von islamistischen Parteien kontrolliert werden wird, die Verbindungen zu den Hamas und anderen Terrorgruppen haben.

Dieses Wunschdenken ist verständlich aber ebenso dumm wie unwahr. Wer Revolutionen erzeugt, um seine Weltsicht durchzusetzen und auf eine Verbesserung seiner eigenen Lage hofft, wird nicht gern zugeben, daß er die eigene Lage dadurch verschlechtert hat, weil die Unterstützten nicht die erwartete Haltung an den Tag legen.

Weiterhin wird das Verhältnis von Muslimen und koptischen Christen behandelt und es als eine Lüge bezeichnet, daß die ägyptische Revolution und besonders das Anwachsen der Islamisten gut sei für die 8-10 Millionen koptischen Christen. Um diese These zu unterstützen wurde ein Bild gezeigt, wie eine handvoll koptischer Christen einen schützenden Ring um betende Muslime während der ersten Anti-Regierungs-Demonstrationen bildeten. ... Aber seit dieses Photo aufgenommen wurde, hat die emporkommende Islamisten-Zeit viele Leben von Christen auf dem Gewissen. Die Führer der koptischen Christen haben sich beklagt, daß sie durch die Islamisten von wichtigen Entscheidungen für die Zukunft Ägyptens ausgeschlossen werden.

Das wird durch Gewalttaten von Islamisten gegen koptische Christen bestätigt. Abgesehen von dieser Feindschaft zwischen Muslimen und Christen steht eines fest:

Auf jeden Fall wird Israel bald mit einen zweiten islamischen Staat, diesmal gerade vor der Haustür, zu tun haben. Und es wird ein Staat sein, der mit den besten amerikanischen Waffen in starkem Maße ausgerüstet ist.

Daß die überwiegend israelhörigen westlichen Beobachter diese unerwünschte Entwicklung wegdiskutieren wollen ist klar. Besser wäre aber für Gerechtigkeit zu sorgen, wodurch Spannungen abgebaut werden.