Elke und Dr. Gundolf Fuchs, Telsekamp 11, 25770 Hemmingstedt, 15.06.2011
Bevollmächtigter Botschafter der Russischen Föderation
Herrn Vladimir M. Grinin
Unter den Linden 63/64
10117 Berlin
über e-mail: info@russische-botschaft.de
Morden in Libyen
Sehr geehrter Herr Botschafter!
Wegen der täglichen Zuspitzung der Lage in Libyen senden wir Ihnen über e-mail ein Schreiben an Ihren Ministerpräsidenten Vladimir Putin mit der Bitte um schnelle Weiterleitung.
In der „westlichen“ Welt wird immer mehr Machtpolitik unter dem Mantel hoher Werte betrieben, wodurch großes Leid unter den Menschen angerichtet wird.
Besten Dank
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gundolf Fuchs Elke Fuchs
Elke und Dr. Gundolf Fuchs, Telsekamp 11, 25770 Hemmingstedt,. 15.06.2011
Herrn Ministerpräsidenten
Vladimir Putin
Morden in Libyen
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident!
Da Sie gut Deutsch können, sparen wir uns eine Übersetzung, denn in entscheidenden Fragen ist man nie sicher, ob der Sinn unverfälscht übermittelt wird.
Rußland hat sich bei der Libyen-Resolution der Stimme enthalten. Wenn Sie die Entwicklung so vorausgesehen hätten, wie sie sich jetzt grauenvoll zeigt, dann hätten Sie bzw. Ihre Regierung sicher dagegen gestimmt.
Nachdem Bundeskanzlerin Merkel in den USA war, ist in der deutschen Politik leider ein deutlicher Umschwung zu kriegerischen Aktivitäten zu erkennen. Und schon wird von Berlin aus die nächste Resolution zu völkerrechtswidrigem Eingreifen in Syrien gefordert.
Die Lage in Libyen ist höchst gefährlich, und es werden zur angeblichen „Rettung der Menschlichkeit“ menschenverachtende Mittel eingesetzt:
1.) psychologische Kriegführung:
Im Bericht http://www.jungewelt.de/2011/06-15/046.php ,Streupropaganda,
„Wer setzt Clusterbomben in Libyen ein?“, Joachim Guilliard, werden fragwürdige Vorwürfe unter die Lupe genommen, daß Gaddafi Streubomben einsetzt. Dem steht allein die Frage entgegen: Wer wirft Streubomben im eigenen Land, das er wiedererobern will?
2.) In Libyen sind von der Nato panzerbrechende Waffen mit abgereichertem Uran eingesetzt worden, deren Staub die libysche Bevölkerung in erster Linie bedroht.
(Quelle: http://www.friedenskooperative.de/ff/ff11/3-32.htm, Abgereichertes Uran: „Eine merkwürdige Methode, um libysche Zivilisten zu schützen”, David Wilson)
3.) Es wird bei den Bombenangriffen der Nato eine Sauerstoffgewinnungsanlage zerstört, die für die medizinische Versorgung erforderlich ist, und es wird Jagd auf Gaddafi gemacht, was nicht durch die Resolution gedeckt ist. (Quelle: http://www.jungewelt.de/2011/06-15/058.php; 15.06.2011)
Wir bitten Sie dringend, durch Ihre mächtige Stimme diesem unheilvollen Morden Einhalt zu gebieten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gundolf Fuchs Elke Fuchs
Diese Anfrage und bittende Aufforderung ist kurzgefaßt, aber unter 1. bis 3. sind wesentliche Punkte angedeutet, die bei der westlichen Berichterstattung und durch die hetzerische und verlogene Rechtfertigung für die Angriffe auf Libyen weitgehend aus dem „öffentlichen Blickfeld“ ausgeblendet sind.
Gaddafi wird durch die Enthüllungen von Verbrechen gegen Libyen kein Edelmensch, aber objektiv muß festgestellt werden, daß die Weltmächtigen gegen Gaddafi mit den gleichen Lügen wie gegen Saddam Hussein im Irak und seit der Gründung des Deutschen Reiches durch Bismarck gegen Deutschland Stimmung machten: Abgehackte belgische Kinderhände, Frühgeburten in Kuwait aus den Brutkästen reißen, und Gaddafi wirft Streubomben.
Fehlverhalten ist unter unvollkommenen Menschen keine Seltenheit und bei Politikern, weil Macht sehr häufig „korrumpiert“, leider der Normalfall. Wer aber ein Fehlverhalten anderer zum Anlaß nimmt, selbst verbrecherische Politik zur Mehrung der eigenen Macht und zur Vergrößerung seines Einflusses zu führen, der ist kein Anwalt von Moral und Recht, sondern ein eiskalter Eroberer!
Das muß klar erkannt werden!
In diesem Zusammenhang ist eine Meldung zu beachten unter:
http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/39930.html, 15.06.2011,
„Syrischer Patriarch übt heftige Kritik am Westen.“
Daraus einige wichtige Punkte:
Patriarch Gregorios III. Laham stellt in einem Interview mit „Radio Vatikan“ grundsätzlich fest: „Was über Syrien (von den westlichen Medien) berichtet wird, ist eine übertriebene Sache“, die von Europa ausgeht.
Im einzelnen:
1. Die Armee ginge nicht etwa gegen Zivilisten vor, sondern verteidige die Polizei gegen Aufständische.
2. Dem syrischen Regime darf nicht die Legitimität abgesprochen werden. Dazu wörtlich: Wer hat ein Recht dazu? Niemand, weder Nato noch UNO! Wir sind ein freies Land, keine Sklaven, wir können unsere Probleme selbst lösen!
3. Der Patriarch räumt ein:
Zweifellos dürfe man die syrische Regierung „ermahnen und mehr Freiheit fordern, mehr Gerechtigkeit und Entwicklung der Wirtschaft, auch Reformen“ - zugleich müsse man jedoch sehen, daß sich in Syrien in den vergangenen Jahren bereits vieles bewegt habe: „Es gibt nur eine Partei, das stimmt allerdings; aber wir haben Wasser, Licht, Wirtschaft, neue Universitäten und Schulen - und wir Christen haben Freiheit.“
Sind das nicht ganz wesentliche Dinge, gerade für die Masse der Bevölkerung? Und ist ein „Religionsfriede“ nicht sehr viel wert?
Natürlich geht es dem Patriarchen hauptsächlich um die Freiheit der religiösen Überzeugung, die er bei einem Umsturz in Gefahr sieht. Und er beurteilt das herrschende System durchaus kritisch, aber diese Fragen müssen in Ruhe behandelt werden und nicht innerhalb einer Auseinandersetzung, die wie überall von außen geschürt wird!
Elke und Dr. Gundolf Fuchs, Telsekamp 11, 25770 Hemmingstedt, 16.06.2011