Eine ketzerische Geschichtsbetrachtung
Ein Vergleich des „Nato-Krieges“ gegen Libyen und des Zweiten Weltkriegs gegen Deutschland zum passendem Datum: 1. September 2011

Wissen Sie eigentlich, warum den Weltmächtigen so sehr daran gelegen ist, über die weit-gehend gleichgeschalteten Medien zu erreichen, daß wir Deutschen den Krieg der westlichen Welt gegen Libyen unbedingt als gerecht ansehen sollen? Die Antwort lautet: Weil wir damit den Bombenkrieg gegen Deutschland nachträglich selbst gutheißen.
Worauf gründet sich dieser Gedanke? Auf eine Reihe von Ähnlichkeiten, natürlich nicht Gleichheiten in beiden Kriegen.
Ähnlichkeit 1
In Libyen wurde eine Gruppe Unzufriedener und Machtgieriger von außen aufgewiegelt, einen Aufstand zu beginnen. Verkauft wurde dieser Aufstand als Demonstration für Recht und Freiheit, aber es gab auch bewaffnete Kräfte. Als die libysche Regierung dagegen vorging, wurde vom Mord an Zivilisten gesprochen. Der FAZ-Kommentator Reinhard Merkel stellt in seinem Beitrag „Der libysche Aufstand gegen Gaddafi ist illegitim“ dagegen fest: Kämpfende Aufständische, und wären sie Stunden zuvor noch Bäcker, Schuster und  Lehrer gewesen, sind keine Zivilisten. (FAZ vom 22.03.2011) 
1939 konnte oder wollte man in Deutschland keinen Aufstand von außen entfachen. Das hätte hinterher eine Schuldzuweisung an das deutsche Volk erschwert. Über einen Umweg konnte aber das Gleiche erreicht werden. Durch Blanko-Garantien ermunterten hauptsächlich England, aber auch Frankreich die Polen zu Gewalttaten gegen die Deutschen, die seit dem Versailler Diktat im polnischen Machtbereich lebten. Sie drangsalierten diese und mordeten viele sogar. Einige Wochen vor dem 01.09.1939 erdreisteten sich polnische Schwadronen, in der Art von Kommandounternehmen mehrmals über die Grenze nach Ostpreußen einzudringen, Deutsche auf ihren Feldern zu ermorden und Höfe anzustecken. Die Antwort der deutschen Regierung darauf – nach mehreren ernsten Mahnungen! – wird heute immer noch als der „Überfall auf das friedliebende Polen“ bezeichnet. Damit wurde von westlicher Seite der Krieg gegen Deutschland gerechtfertigt.
Ähnlichkeit 2
Die östlichen Großmächte hielten sich bei der Libyen-Resolution zurück, sie enthielten sich der Stimme, aber verurteilten nachträglich diese Resolution. Je gewaltiger die Nato bombte, desto geringer wurde der östliche Widerstand,  und er war zuletzt kaum noch zu merken.
1939 verband sich die Sowjetunion mit Deutschland gegen Polen, um Deutschland in Sicher-heit zu wiegen, hegte aber bereits den Plan, wenn sich die Deutschen im Kampf mit den West-mächten befänden, Deutschland und damit ganz Europa zu überrennen.
Ähnlichkeit 3
In Libyen flog die Nato etwa 20 000 Einsätze mit steigender Anzahl von Bombenabwürfen. Vorgeblich geschah das, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Der Erfolg ist aber, daß das Land stark zerstört, das Überleben der Bevölkerung gefährdet ist – vor allem durch Wassermangel! – und für den Wiederaufbau ein Zeitraum von 10 Jahren veranschlagt wird. Die Bombenangriffe wurden bis zum Schluß fortgesetzt, als keine Notwendigkeit mehr dazu bestand. Denn wenn es sich um die Befreiung der Libyer gehandelt hätte, müßten die Regierungsgegner mit der Unterstützung der „befreiten“ Bevölkerung  in der Lage sein, den Rest ohne fremde Hilfe zu erledigen.
In Deutschland wurde der Bombenkrieg gegen die Zivilbevölkerung gegen Ende sogar verschärft. Noch etliche Städte wurden schwer bombardiert. Das größte Inferno wurde in Dresden am 13. und 14. Februar 1945  angerichtet!
Ähnlichkeit 4
Als die libysche Führung erkannte, daß die westliche Welt einen Krieg mit dem Ziel des Stur-zes der Regierung führen wollte, was durch die UNO-Resolution gar nicht gedeckt war, bot sie mehrfach Verhandlungen an. Die wurden von den Rebellen und ihren Unterstützern in Anbetracht ihrer Überlegenheit rundweg abgelehnt.
Nach dem siegreichen Frankreich-Feldzug, also noch nicht einmal im Augenblick einer Schwäche bot die deutsche Regierung mehrfach Verhandlungen über eine friedliche und gerechte Neuordnung in Europa an. Dazu gehörte auch der Flug von Rudolf Heß. Die vorgetäuschte Ver-handlungsbereitschaft war aber nur eine Falle der britischen Regierung. Wie groß der schuldhafte Anteil der britischen Regierung am Scheitern der Friedensbemühungen war, läßt sich aus der Tatsache abschätzen, daß die britische Regierung selbst nach 70 Jahren die Akten noch ängstlich unter Verschluß hält.
Ähnlichkeit 5
In beiden Völkern herrschte bzw. herrscht nach dem Krieg bitterste Not. In dem heißen Land Libyen ist Wassermangel die größte Gefahr, daß Menschen nicht überleben, obwohl gerade die libysche Regierung bereits eine vorbildliche Wasserversorgung aufgebaut hatte und dabei war, diese noch erheblich zu verbessern!
In Deutschland starben noch nach dem Krieg mehrere Millionen Menschen durch grausamstes Vorgehen der Siegermächte. Deutsche Soldaten trieb man in die „Rheinwiesenlager“, wo sie ohne Witterungsschutz und völlig unzureichende Ernährung massenweise umkamen. Auch viele Zivilisten starben durch Hunger und Kälte. In beiden Fällen handelte es sich um ein gezieltes Vorenthalten von Hilfsgütern.

Beide Völker, die Libyer und die Deutschen sollen nun noch dankbar sein, daß der Weltgemeinschaft sie „befreit“ hat.

Wenn sich jemand wundert, daß bisher noch keine Namen wie Hitler, Gaddafi, Churchill Roosevelt oder Stalin gefallen sind, so sei erklärt: Edelmenschen sind unter Politikern eine ganz ganz große Seltenheit. Darum verschleiern deren Fehlhandlungen meist den klaren Blick für richtige und falsche Handlungen des Staates. Das ist der Grund, weshalb nur Sachentscheidungen einander gegenübergestellt worden sind.

Wir Deutschen sollten also überlegen, ob wir uns durch massive Falschbeeinflussung zu freiwilligem Anerkennen der Behandlung Deutschlands verführen lassen wollen.
Außerdem ist zu bedenken, daß man wirklich Schuld auf sich lädt, wenn man verbrecherische Kriege gutheißt!

Gundolf Fuchs