Das anfänglich von den Massenmedien noch als Plünderer und Krawallmacher verunglimpfte, weil gefüchtete Volk, hat so nachdrücklich, umfänglich und unnachgiebig demonstriert, bis der Präsident sich davongeschlichen hat.
Doch hat das Machtwort des Volkssouveräns Gewicht?
In Kürze soll es Neuwahlen geben. Dann wird sich zeigen, ob die Tunesier die alte Ideologie oder wirkliche Volksvertreter wählen werden.
Auf jeden Fall geht bei den Herrschern im arabischen Raum die Angst um, Und nicht nur dort, sondern auf der ganzen Welt. Zwar wird derzeit in den deutschen Medien heuchlerisch von Hoffnung auf ene bessere Zukunft gesprochen, doch der abfällige Unterton bleibt eben. „Die Zukunft Tunesiens wird auf der Straße entschieden!“ Soll heißen vom Pöbel.
Was die Mächtigen wirklich von der Situation halten, lassen sie die Tunesier, durch den eiligen Zwangs-Abtransport der Urlauber, den deutsche und internationale Reiseveranstalter aktuell forcieren, spüren. Dabei gab es keine Übergriffe auf Urlauber. Geheimdienstliche Empfehlungen, die diese wirtschaftliche Knute rechtfertigen, werden sicher gerade nachverfasst.
Folgender Pressemeldung von „welt-online“ vom 16.01.2011 ist bedrohlich: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appellierte an den Übergangspräsidenten Mbazaa, die angespannte Lage für einen Neuanfang zu nutzen. „Gehen Sie auf die protestierenden Menschen zu und führen Sie wirkliche Demokratie ein“, forderte Merkel nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert am Samstag in Berlin Mbazaa auf. Es sei unabdingbar, die Menschenrechte zu respektieren sowie Pressefreiheit und Versammlungsfreiheit zu garantieren. Die Kanzlerin versicherte, Deutschland und die Europäische Union würden das Land bei einem solchen Neuanfang unterstützen.(Untertsreichung von mir)
Hier geht es um Machterhalt, egal mit welcher Marionette. Und daher werden sie sicher auch nicht müde, den Tunesiern „jetzt“ die „rechten Pfade“ aufzuzeigen.
Wir fühlen uns den Tunesiern gegenüber jedenfalls solidarisch verbunden und danken ihnen, auch wenn Sie längst noch nicht gewonnen haben, für die auch bei uns gereifte Hoffnung und Motivation.
Ein gesundes Fohlen anstelle eines Stalles voller toter Gäule.
Die Plattform Leipzig