DieLieber Herr P.,
verstehe ich Sie richtig, dass Ihre Sorge der Frage gilt "Wannn wird es endlich in Deutschland eine deutsche Politiik geben"? Und die Antwort darauf suchen Sie bei den Konservativen.
Seit dem Buch von Sarrazin wird der Ruf nach einer national-konservativen Parrtei stärker. Aber es tut sich nichts. Die in diesem Zusammenhang genannten Personnen halten sich bedeckt. Auch hier tritt eine Ähnlichkeit zur "Weimarer Republik" hervor, in der es starke konservative Kräfte gab(so um Ludendorff), die aber nicht in der Lage waren, das Heft in die Hand zu nehmen und sich entweder Hitler anschlossen oder sich ihm unterordneten. Wem ordnen sich heute, bei allem Protest, die Konservativen unter? Der schwarz-gelben Regierung. Es ist eine verblüffende Übereinstimmung.
Herr Koch hat ein Buch zum Konservatismus herausgebracht und stellt es gemeinsam mit Frau Merkel in der Öffentlichkeit vor. Aber ist Frau Merkel, die verpönte ehemalige FDJ-Sekretärin nicht gerade die Person, auf die sich die Kritik der Konservativen vor allem richtet? Hat Herr Koch damit nicht Frau Merkel einen wichtigen Dienst erwiesen? Es gibt ein längeres Interview von Herrn Koch mit Herrn Zastrow von der FDP. Die Gedanken, die in diesem Interview von Herrn Koch geäussert werden, sind unklar. Zumindest enthält es nicht die Idee, die für eine konservative Partei gebraucht wird. Es ist daher folgerichtig, wenn Herr Koch der Politik "Ade" sagt. Allerdings sollte er dabei nicht das Ansehen der Konservativen beschädigen.
In der Politik herrscht immer noch die Meinung vor " Man muss es nur wollen, dann geht es schon". Aber dieses subjektivistische Prinzip hat ausgedient. Wir Deutschen haben eine Chance - und diese Chance ist eine europäische Notwendigkeit, wenn nicht sogar mehr - wenn wir uns des geschichtlich Notwendigen annehmen, wenn wir den Mut aufbringen, eine neue Epoche zu öffnen.
Ich schicke Ihnen meinen letzten Aufsatz („Eine konservative Partei?“) mit, in dem ich mich mit dem Wunsch nach einer konservativen Partei befasse.
Mit freundlichen und freiheitlichen Grüssen
J. Hertrampf