Stoppt die Zerschlagung der Deutschen Bahn!

Hartmut Mehdorn gehört vor Gericht!

 

Ein funktionierendes Eisenbahnnetz liegt im Interesse eines jeden Staates. Und im Interesse eines europäischen Transitlandes wie Deutschland ganz bestimmt. Man kann mit der Eisenbahn nicht nur große Mengen Personen, Frachtgut, militärische Truppen, Großgerät und ähnliches auf effektive Weise schnell transportieren, man ist auch unabhängig von den durch individuellen PKW-Verkehr verstopften Straßen und Städten.
Doch genau die Existenz der deutschen Eisenbahn und ihres Streckennetzes ist durch die Wühlarbeit des viel kritisierten Bahnchefs Hartmut Mehdorn in Frage gestellt. Hatte man bisher den Eindruck, daß es sich bei Mehdorn lediglich um einen eitlen und unfähigen Karrieristen handelt, der nur seine Kasse im Blick hat und ansonsten von seinem Job keine Ahnung, so kommt man aber, wenn man sich sein Wirken in der Gesamtheit anschaut, zu der Erkenntnis, daß die Mißstände und der Zustand der Bahn nicht nur auf Dummheit des Managements zurückgehen.

Es handelt sich offenbar um den kontrollierten Abriß des Unternehmens Deutsche Bahn, um dann die Reste und Trümmer der Bahn für einen Apfel und ein Ei an dubiose Investoren zu verscheuern. Möglicherweise vielleicht sogar noch mit fetten Provisionszahlungen an die Mehdorn-Clique.
So zum Beispiel hat ein luxemburgisches Immobilienunternehmen knapp 500 stillgelegte deutsche Bahnhofsgebäude (z.B. auch den im mittelsächsischen Roßwein) im letzten Jahr gekauft. Auf Anfragen der Presse, was die Firma damit vorhabe, gab es keine Auskunft. Inzwischen verfallen die Gebäude weiter. Was will eine ausländische Immobilienfirma diesen Bahnhöfen? Offensichtlich handelt es sich um Spekulationsmasse. Man sollte aber auch bedenken, daß eine einzige Firma, die 500 Bahnhöfe kontrolliert, den deutschen Staat auch unter Druck setzen kann und ein gefährliches Oligopol besitzt.

Unter Mehdorns Regie wurden Tausende Verkaufsschalter geschlossen und Bahnhöfe vernagelt, die jetzt oftmals als Ruinen vor sich modern.

Mehdorn ließ 3.600 km Streckennetz stilllegen, angeblich weil es „unrentable“ Strecken waren. Dabei „übersah“ Mehdorn aber, daß diese kleinen Bahnlinien wichtige Zubringerstrecken zu den großen Bahnhöfen waren. Und dann „wunderte“ sich das Management natürlich, daß noch weniger Personen mit der Bahn fuhren als bisher.

Über die anderen skandalösen Auswüchse in Mehdorns Amtszeit sei hier nur am Rande eingegangen: die Verdreifachung seines eigenen Einkommens, Entlassung von über 50.000 Mitarbeitern, Behinderung privater Mitbewerber (Privatbahnen), das Ausspionieren der eigenen Mitarbeiter, schlechte Wartung der Züge (ICE-Achsen) und damit Gefährdung der Sicherheit von Bahn und Fahrgast.
Die Preise für ein Bahnticket stiegen in astronomische Höhen ( um 87% bei einer BahnCard50 von 120,- auf 225,- €), während gleichzeitig  der Service heruntergefahren wurde. Dazu kommt noch die pauschale Kriminalisierung aller Fahrgäste, die keinen Fahrschein vorweisen können, sei es wegen geschlossener Schalter oder defekter Fahrkartenautomaten. Sie alle werden sofort des Schwarz-Fahrens verdächtigt und mit einer „Strafgebühr“ bedroht.

Letzter fulminanter Vorstoß Mehdorns zur Zerschlagung der Deutschen Bahn ist der Versuch die Bahn an die Börse zu bringen und das Streckennetz zu privatisieren.
Die Privatisierung des Streckennetzes hätte den endgültigen Verlust einer Einflußnahme des Staates auf das Transportmittel Eisenbahn zur Folge. Ein Börsengang der Bahn könnte dazu führen, daß sich „Heuschrecken“ und  andere ausländische Investoren die Filetstücke der Bahn unter dem Nagel reißen. Der halbstaatliche russische Energiekonzern Gasprom hat sein Interesse bereits an Bahn-Anteilen bekundet. Da dieser Konzern, der sowohl mit seinen Konkurrenten als mit seinen Geschäftspartnern äußerst ruppig verfährt, weniger ein Interesse daran besitzt, daß die Bahn zufriedene Kunden hat, als einer Steigerung seiner Rendite kann man sich ausmalen, wohin dieses Szenario führt.
Die Zustände nach der „Privatisierung“ von „British Rail“, der englischen Staatsbahn, sollten uns allen eine Warnung sein.

Fest steht, daß Hartmut Mehdorn in einigen Staaten - und nicht nur in totalitären – für seine Amtsführung vor Gericht gestellt worden wäre – wegen „Hochverrates“. Denn seine Handlungen laufen den fulminanten Interessen des Staates zuwider.

 

Kay Hanisch