Von Klaus Jaeger; 10. Januar 2008
Jetzt geht also die Polit-Elite auf die Jugend los. Der MP Koch aus Hessen will schärfere Strafen gegen jugendliche Straftäter, er will „Camps“ – oder KZ’s ? , in denen Jugendliche interniert werden. Dieser eisenharte Politiker hat wohl vergessen, dass seine Partei in Kollaboration mit der SPD und den Grünen und der FDP diese Gesellschaft so zugerichtet hat, dass es für Millionen Menschen keine Zukunft mehr gibt.
Es ist aber jedem bekannt, der noch seine sechs Sinne beisammen hat: Perspektivlosigkeit macht lebendige Menschen aggressiv.
Ja doch, „die Linke“ hab’ ich nicht vergeßen :
Im Osten der deutschen Republik geht es genau so perspektivlos zu wie im Westen; allerdings hat dort auch die SED-PDS-Die.Linke maßgeblich an dieser Perspektivlosigkeit mitgewirkt und in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern regiert sie gar mit und verantwortet dort einen beispiellosen Sozialraub.
Sozialabbau an allen Ecken und Enden betreiben alle diese Politiker, ob es die Schließung von Jugendheimen ist, oder die Ruinierung des Bildungswesens, oder das Ausliefern der auf gerecht bezahlte Arbeit angewiesenen Menschen an habgierige und gewissenlose Finanzeliten, die keine Heimat kennen und keine Freunde; - ob es die Verscherbelung von Volkseigentum ist, wie der Bahn, der Post, den Wasserwerken oder gar den öffentlichen Verwaltungen, den Schwimmbädern, Parks, Museen und Theatern, oder das alberne und peinliche Herumgedruckse der regierenden Betonblockkoalition um die finanzielle Ausstattung von Kindergärten, Schulen und Universitäten … – jetzt nutzt der Eisen-Koch die Folgen der Politik seiner politischen Kollegen noch dazu aus, noch mehr Kontrolle durch härtere Gesetze zu bekommen.
Wen wundert’ s ? Niemanden, denn das ist eine alte Masche der Machtpolitik aller totalitären Diktatoren: die Instrumentalisierung der Gefühle. „Wühle die Gefühle des Volkes auf, mach ihm Angst, dann können sie nicht mehr klar denken, dann stimmen sie deiner Stammtisch-Rhetorik und deinen totalitären Forderungen zu.“
Begründet wird von ihnen all dies – wir können es schon im Schlaf aufsagen – durch das überall im Staat fehlende Geld. Dabei ist doch, glaubt man den amtlichen Verlautbarungen und den sogenannten „Wirtschaftsweisen“, der „Aufschwung“ da. Nur geht der mal wieder, wie in den letzten 30 Jahren, am Volk vorbei. Diese Wirtschaftweisen, mit ihrem Oberschlaumeier , Herrn Rürup, wollen in ihrem letzten Gutachten mal wieder keine Rezession kommen sehen – die Wirtschaftsfachleute der Vereinten Nationen aber schon, wie man gestern im Deutschlandfunk hören konnte. Die Hypothekenkrise in den USA, die auch deutsche Banken und den Steuerzahler schon Milliarden gekostet hat, hat sich jetzt mit einer Kreditkartenkrise zusammen getan und erhöht so noch das Rezessionsrisiko für alle Volkswirtschaften, die eng mit dem Dollar als Leitwährung verknüpft sind – wie die deutsche Wirtschaft. Deshalb befindet sich auch der Goldpreis in einem stetigen, explosiven „Wachstum“ – die Flucht in Sachwerte hat an den Finanzmärkten längst eingesetzt.
Und alle deutschen Chefredakteure und Kommentatoren , die ihren Job bei einem der wenigen, monopolistischen Pressegiganten der Republik behalten wollen, lenken tunlichst vom wahren Kern der Probleme ab – der gesteuerten und gewollten Dehumanisierung der Gesellschaft , die – erfolgreich, wie wir wissen - auf Bevölkerungsreduzierung setzt und auf totale Kontrolle und Unterwerfung jeden einzelnen Bürgers anstatt auf Verfassungstreue und Verbesserung der Lebensqualität.
Die Forderung Kochs, die Strafen im Jugendstrafrecht zu verschärfen, ändert an all dem nichts und ist nur eine – bestenfalls kurzsichtige – Aktion, um sich Wählerstimmen zu versichern.
Selbstverständlich müssen bestehende Gesetze angewendet werden; selbstverständlich müssen schwerkriminelle Jugendliche ohne deutschen Pass aus Deutschland ausgewiesen werden können; selbstverständlich müssen Eltern, die ihre Kinder nicht ausbilden lassen, ob in Staatsschulen oder Privatschulen, sofort sanktioniert werden; selbstverständlich muss die Zeit zwischen Verhaftung des Täters und dem folgenden Gerichtsverfahren kurz sein, m. E. höchstens 6 Wochen; selbstverständlich muss seitens des Staates, der Gesellschaft und der Eltern alles unternommen werden, um jugendliche Straftäter zu resozialisieren – sofern eine Resozialisierung erfolgversprechend sein könnte. Denn wie man gestern bei einer Diskussion im Deutschlandfunk hören konnte, kennen die Praktiker , dort war es die Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig, Jugendliche und junge Erwachsene , die nicht mal sozialisiert sind. Wie kann man sie dann re-sozialisieren ?
Frau Jugendrichterin Heisig sagte in ihrem Schlusssatz, wir müssten „zu einer Gesellschaft kommen, die für alle lebenswert ist. Das scheint mir nicht der Fall zu sein.“
Haben sie den letzten Satz verstanden, liebe Leser? Ich wiederhole : Es scheint der deutschen Jugendrichterin „nicht der Fall zu sein, dass diese deutsche Gesellschaft für alle Menschen lebenswert ist.“
Der Autor hier kann ihr in dieser Analyse nur zustimmen. Lebenswert ist das Leben hier nicht mehr für alle Menschen, weil habgierige, korrupte Eliten sich gewissenlos und illoyal gegenüber jeder Ethik, jeder Sitte , jedem Staat und jedem Gemeinwesen verhalten.
Es kommt diesen Leuten dabei sehr gelegen, dass das Gesellschaftsklima sowieso schon aufgeheizt ist durch das Konkurrenzverhalten und dieses wird von ihnen noch gefördert durch die Propagierung des „Wettbewerbs auf den Märkten“, in den diese Eliten sogar die Grundschulen jagen. So wird jeder gegen jeden gehetzt, um sich in diesem lebensfeindlichen Gesellschaftssystem noch irgendwo eine Scheibe vom Kuchen abzuschneiden (eine Lehrstelle, einen Studienplatz, einen Job) – oder wenigstens ein paar Krümel vom Tisch der Superreichen und ihrer Erfüllungsgehilfen aufzusammeln.
Der MP Koch, als öffentlich sichtbarer Stellvertreter der heimatlosen Superreichen, ist nur eine auswechselbare Puppe an den Fäden, die die Internationale Finanzelite gesponnen hat, - und menschlich ist er eigentlich ein über die Natur bemitleidenswert unaufgeklärter Mensch. Wie so viele , die sich dem Streben nach Macht verschrieben haben. Ihm und seinesgleichen sind alle Mittel recht, um zur Macht zu gelangen oder sie sich zu erhalten. Auch die Instrumentalisierung der Gefühle, der Ängste des Volkes; auch die Instrumentalisierung der Schicksale einzelner Menschen. Bezeichnend ist für die ganze Diskussion in den Staatsmedien mal wieder, dass niemand von den Opfern spricht.
Wie könnte Jugendkriminalität effektiv verringert oder gar verhindert werden? Durch Lebensperspektiven für die jungen Menschen. Eine Lebensperspektive hat man, wenn man durch eigene Kraft und Anstrengung in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt und den seiner Familie zu bestreiten. Aber genau diese Perspektive fehlt den Jugendlichen, aber auch vielen Eltern und jungen Erwachsenen.
Die Polit- u. Finanzeliten haben in den letzten 100 Jahren eine Gesellschaft heran gezüchtet, die jegliche lebenswerte und vernünftige Perspektive für die Menschheit zunichte gemacht hat. Die Zukunft ist für Milliarden Menschen – gerade auch für viele Jugendliche, die das Gesellschaftsklima wahrnehmen - nur noch ein drohendes Verhängnis aus Rezession, Krieg, Terror, Angst vor und Angst in Arbeitslosigkeit, 3-Klassen-Medizin, totalitärem Überwachungsstaat und Umweltkatastrophen.
Weiterhin ist das geistige Leben des Abendlandes erstickt unter dem üblen Gestank der Habgier und der Heuchelei, der Angepasstheit, der Gleichgültigkeit und der Resignation vieler Menschen. Und über all dem thront das durch alle Staatsmedien bis zum Erbrechen propagierte Dogma des angeblich „freien Marktes“.
Was hier im Abendland von der schweigenden Mehrheit der Bevölkerung hingenommen wird, ist die Erfüllung eines Wunschtraumes aller Diktatoren. Die politische Kaste kann ohne großen Widerstand ihre Pläne zur Versklavung der Menschheit durchziehen. Denn die Bemühungen der demokratischen Opposition, soweit sie noch vorhanden ist, scheitern an der Unfähigkeit der dort Engagierten, sich auf gemeinsame Ziele zu einigen. Dabei genügte ein Blick in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, um sich über ehrenwerte Ziele zu verständigen.
Nun mag ich diesen Menschen weder die Fähigkeit zur Einsicht und zur Verständigung absprechen, noch ihr Engagement diskreditieren, – aber , Leute, es ist Zeit für erhöhtes Engagement. Dass ihr auch an die Macht wollt, - okay, aber lasst Euch daran erinnern, dass der wahre König der Diener seines Volkes ist; dass der wahre Adel der ist, der eine Brücke zur Zukunft baut, die für alle Menschen lebenswert ist. Dabei hat er das Wohlergehen Aller im Sinn, und nicht nur seine Macht, seinen Reichtum oder seine Privilegien. Und um dies Ziel, das Wohlergehen des Volkes, zu verwirklichen, benötigt er Verbündete.
Man sollte sich auch klar darüber sein, das der Mensch als Spezies sich nicht in den nächsten 1000 Jahren verändern wird, - d. h. die natürlichen Bedürfnisse des Menschen werden in 1000 Jahren noch die gleichen sein, wie sie es heute sind und vor 1000 Jahren waren. Aufgeklärte Politik akzeptiert, dass Menschen nach Macht streben, denn dies ist auch Ausdruck ihres Willens zur Selbstbestimmung - ; sie akzeptiert, dass Menschen nach Glück streben, d. h. sie wollen aus eigener Kraft leben können, sie wollen in der Gesellschaft ihren Platz haben und vor allem eine lebenswerte Zukunft für sich und ihre Familie, und drittens akzeptiert moderne Politik, dass Menschen nach einem individuellen Lebenssinn suchen, den sie in den verschiedensten kreativen und selbstlosen Aktivitäten zu finden hoffen. Künstler und Geistliche, Wissenschaftler und Philosophen gäbe es nicht, wäre dem nicht so.
Das Abendland hat durchaus Veranlassung, stolz auf seine kulturellen Errungenschaften zu sein – Errungenschaften, sage ich, d. h. es wurden von unseren Vorfahren Anstrengungen unternommen, die jahrhundertelange Versklavung durch Adel und Klerus zu beseitigen. Es wurden Kämpfe ausgetragen gegen die dogmatischen Machteliten Europas in Adel, Kirche, Banken und Wissenschaft, die durch das Aufrechterhalten eines geistigen Dogmas das Wohlergehen der Menschen zum selbstsüchtigen Nutzen hintertrieben. Diese Kämpfe um die Demokratie, die Menschenrechte, die Freiheit der Religionsausübung, der Kunst und der Wissenschaft, die uns in den Genuß der Früchte des Fortschrittes in Politik, Wissenschaft und Kultur brachten, die gab es nicht zum Nulltarif und die konnte man nicht von den Steuern absetzen. Diese Kämpfe wurden auch nicht am Feierabend geführt, wenn mal nichts im Fernsehen lief – Fernsehen kannten unsere Vorfahren überhaupt nicht und benötigten das auch nicht. Was sie benötigten, waren andere Menschen, mit denen sie gemeinsam für ihre Ziele kämpfen konnten.
Unsere Generation scheint das mehrheitlich nicht mehr wissen zu wollen, vergessen zu haben oder man hat es nie gelernt. Historische Befreiungskämpfe stehen ja nicht auf dem Lehrplan des staatlichen Bildungssystems. Dabei hätte man Grund genug zum Beispiel zu lehren, dass die germanischen Völker sich 500 Jahre lang erfolgreich gegen die stärkste Militärmacht der Antike, das Römische Imperium, behaupten konnten.
Es sieht so aus, als versinke Europa und mit ihm Deutschland mal wieder in einem selbst gemachten Alptraum. Wohlstand, der bequem macht, und Angst, die lethargisch macht, halten viele Menschen zurück, sich für die eigene Freiheit und die ihrer Kinder zu engagieren. In den Schulen und im ganzen Bildungssystem ist den ausschließlich profitorientierten Unternehmen mit ihrer Markt-Ideologie die Tür durch die Politeliten geöffnet worden. Unsere Kinder, die Blüte unseres Landes , werden dort den subtilen Manipulationstechniken der Finanz- u. Machteliten ausgeliefert.
Das deutsche Bildungssystem sucht nicht nach den individuellen Begabungen, sondern nach den Angepassten; es sucht und fördert nicht die individuell Talentierten, sondern es begünstigt die materiell sowieso schon gut Gestellten. Das haben alle internationalen und nationalen Studien bewiesen. So züchtet man sich eine angepasste, dem Markt-Dogma konforme Elite heran, die weder an Freiheit noch Gerechtigkeit, weder an Demokratie noch an Kreativität, weder an ihrer Heimat noch an ihren Sitten interessiert ist. Armes Deutschland, armes Europa.
Klaus Jaeger; 10. Januar 2008