Raketenabwehrsysteme in Europa können den Weltkrieg III auslösen

25.12.2007

Vorwort des Übersetzers des folgenden Artikels von Mike Whitney:

Der folgende Artikel könnte für Deutsche auch lauten: „Deutschland ist ein Gebiet Eurasiens. Eurasien zu beherrschen,  ist Ziel einer umfassenden Strategie der gegenwärtigen US Administration, die Weltherrschaft zu erlangen.“

  

Ein Artikel für alle, die sich für die Ursachen des eventuellen Dritten Weltkrieges interessieren, für das Schicksal ihrer Kinder, Enkel, das Schicksal Deutschlands oder wenigstens für ihr eigenes Schicksal. Anmerkungen d. Übersetzers in […].

Putin: Raketenabwehr wird nicht installiert

Von Mike Whitney

Global Research, December 20, 2007



Es war eine Menge harter Arbeit, aber schließlich hat der russische Präsident Vladimir Putin sein Ziel erreicht. Er hat den Müllhaufen, den Yeltsin hinterließ, aufgeräumt, hat eine starke und sich entwickelnde Wirtschaft aufgebaut, und hat Russland zu einem Ehrenplatz in der Gemeinschaft der Nationen zurück geführt. Das Letzte, was er jetzt wollen würde, wäre eine Konfrontation mit den USA. Aber wie kann sie vermieden werden? Er kennt und versteht Washingtons Langzeitpläne für Russland und unternimmt die notwendigen Schritte, diese zu verhindern. Er kennt sich aus mit den Schwergewichten der US Außenpolitik, wie es Zbigniew Brzezinski eines ist, und hat zweifellos dessen Masterplan für Zentral-Asien gelesen: „The Grand Chessboard“  [Das große Schachbrett]. Brzezinski's letzter Artikel in “Foreign Affairs” ( eine Publikation des “Council on Foreign Relations” [im US Außenministerium]) titelt: “Eine Geostrategie für Eurasien“ [auch die EU gehört zu Eurasien]; dort fasst er, Brzezinski , zusammen:

Zitat Beginn:

„Amerikas Hervortreten als einzige globale Supermacht macht jetzt eine integrierte und schlüssige Strategie für Eurasien zwingend.

Eurasien ist die Heimat der sichersten und dynamischsten Staaten auf der Welt. Alle historischen Versuche, die Weltherrschaft zu erlangen, stammen aus Eurasien. Die populärsten Kandidaten der Welt, eine regionale Hegemonie zu erreichen, Indien und China, befinden sich in Eurasien … sowie alle die möglichen politischen und wirtschaftlichen Herausforderer der Vorherrschaft Amerikas. In Eurasien leben 75 % der Weltbevölkerung; 60 % des Welt-Brutto-Sozialprodukts werden hier erwirtschaftet; und hier gibt es 75 % der Welt–Energie–Ressourcen.

Eurasien ist der Welt wichtigster Superkontinent. Eine Macht, die Eurasien dominieren würde, hätte zugleich Kontrolle über Zweidrittel der produktivsten Weltregionen: Westeuropa und Ost-Asien. Ein Blick auf die Landkarte macht klar, dass eine Eurasien beherrschende Macht fast automatische Kontrolle über den Mittleren Osten und Afrika hätte. Weil Eurasien jetzt eine geopolitische Schlüsselstellung einnimmt, reicht eine Politik für Europa und eine andere für Asien nicht mehr aus. Die Machtverteilung auf der eurasischen Landmasse ist entscheidend für Amerikas globale Vorherrschaft und sein historisches Erbe.“

Zitat Ende.

Das ist es also. Die USA ziehen in die Nachbarschaft und haben nicht vor, wieder zu gehen. Der > Krieg gegen den Terrorismus < ist ein Schwindel; er verhüllt kaum die Tatsache, dass Bush überall Militärbasen in Zentralasien und um Russland herum aufbaut. Brzezinski betrachtet dies als “Strategischen Imperativ” [einen: strategischen Zwang].Dabei ist es völlig egal, was Putin denkt. Brzezinski meint: “Die NATO Erweiterung sollte weiter betrieben werden.” Die USA “sollen sicher stellen, dass kein Staat oder keine Kombination von Staaten es anstrebt, die USA zu vertreiben oder auch nur ihre entscheidende Rolle zu mindern.“

Das ist nicht neu. Putin wußte seit langem, was Bush plante und war so rücksichtsvoll wie möglich. Aber schließlich ist seine wahre Passion, Russland wieder auf seine Füße zu stellen und das Leben seiner Bürger zu verbessern. Dass muss sich jetzt ändern, weil Bush beschlossen hat, Raketenabwehrsysteme  in Osteuropa zu installieren. Putin wird mehr Zeit damit verbringen müssen, Amerikas Pläne zu blockieren. Die neuen Waffensysteme werden die Machtbalance zwischen den nuklearen Rivalen verändern und Putin dazu zwingen, die Ausgaben [für Waffen] zu erhöhen. Es bahnt sich eine Konfrontation an, ob Putin will oder nicht. Man kann es gar nicht oft genug wiederholen: Die Systeme dürfen nicht installiert werden. Putin ist jetzt gezwungen, diese direkte Bedrohung der russischen, nationalen Sicherheit zu beseitigen. Das ist die erste Pflicht eines jeden nationalen Führers und er, Putin,  wird dieser Verantwortung nicht entfliehen. [Wäre dies doch auch die erste und vornehmste Aufgabe deutscher Führer.]

Putin ist von schwer zu fassendem Charakter; weder prahlerisch noch arrogant. Es ist nun klar, dass die westlichen Schriftgelehrten [im Schiller’schen Sinne] seine reservierte, ruhige Art als Zeichen von Überheblichkeit missverstanden. Sie haben sich geirrt. Sie unterschätzten den früheren KGB-General. Putin ist ein heller Kopf, beharrlich – und er hat eine Vision für sein Land. [Was ist eigentlich die herrschende Politik-Vision für Deutschland? Sklaverei als Mittel zur Erringung des Titels: Exportweltmeister? Wer sind aber dann die Sklavenhalter? Eins ist sicher: weder sind es der Autor hier oder sein Übersetzer] Er, Putin,  sieht Russland als einen Schlüsselspieler im neuen Jahrhundert; als energiereiche Nation, die ihr eigenes Schicksal bestimmt. Er plant nicht, in vermeidbaren Konflikten nieder gemacht zu werden – wenn möglich. Er ist fokussiert auf Entwicklung – nicht Krieg, - auf Pflugscharen, nicht auf Schwerter. Er ist auch ein glühender Nationalist, - ein Russe, der „Russland zuerst !“ sagt.

Aber Putin ist auch Realist und er weiß, dass die USA Eurasien nicht ohne Kampf verlassen werden. Er las die US-Nationale-Sicherheits-Strategie [ US-NSS] und er versteht ihre ideologische Begründung für Amerikas „unipolares“ [bedeutet: einseitiges] Weltmodell. Die US-NSS ist eine unmissverständliche Kriegserklärung an alle Nationen, die das Recht beanspruchen, ihre eigenen Ressourcen zu kontrollieren oder ihre eigene Souveränität gegen US-Interessen zu behaupten. Die US-NSS setzt voraus, dass Nationen genötigt werden, ihre nationalen Märkte westlichen Großkonzernen zu öffnen und Direktiven aus Washington zu folgen – oder auf die Liste der „US-Feinde“ gesetzt zu werden. Eine Wahl hat man dabei nicht. „Entweder bist Du für uns oder bei den Terroristen.“ [Ein Bush-Zitat: Either you’ re with us or the terrorists] Die US-NSS ermächtigt die Vereinigten Staaten, einseitig Angriffskriege zu führen gegen jeden Staat oder jede Gruppe, die als mögliche Bedrohung imperialer amerikanischer Ziele betrachtet wird. Diese so genannten „vorsorglichen“ Kriege werden durchgeführt unter der Rubrik „Krieg gegen den Terror“, der die Rechtfertigung für Folter liefert, für Entführung, ethnische „Säuberungen“ und ungeheuerliche Mengen ziviler Leichenberge.

Die nationale US Sicherheitsstrategie spricht Schwarz auf Weiß aus, was viele Kritiker sagen Jahren sagen: die USA meinen, ihnen gehöre die Welt und jeder andere wäre nur ein Gast.

Putin weiß, dass es keine Versöhnung zwischen dieser Doktrin und seinen Ambitionen zu einem unabhängigen Russland gibt, aber bis jetzt konnte ein Konflikt vermieden werden.

Er weiß auch, dass Bush von einer Bande Fanatiker und Militaristen unterstützt wird, die planen, Russland zu schwächen, eine Marionettenregierung wie in Georgien und Afghanistan zu installieren und das Land [Russland] in vier Regierungsregionen zu teilen. Diese US-NSS Strategie ist in Zukunftsplanungen klar erläutert, die von Washingtoner Denkfabriken heraus gegeben wurden, die den Kurs für die US Weltherrschaft bestimmen. Brzezinski ist in seinem Artikel für Foreign Affairs klar und deutlich:

„Bei Russlands Größe und Vielfalt sind ein dezentralisiertes politisches System und eine freie Marktwirtschaft die besten Mittel, um das kreative Potential der Bevölkerung und Russlands enorme natürliche Ressourcen von der Leine zu lassen. Ein nur lose konföderiertes Russland – bestehend aus einem Europäischen Russland, einer Sibirischen Republik und einer Fernost-Republik – würde es leichter machen, engere wirtschaftliche Beziehungen zwischen seinen Nachbarn zu etablieren. Jede dieser konföderieren Republiken wäre dann fähig, seine eigenen kreativen Potentiale zu entwickeln, die seit Jahrhunderten von Moskau’ s bürokratischer Hand unterdrückt werden.[…]“

(Zbigniew Brzezinski,“A Geostrategy for Eurasia”)                                                       

Das Teilen ist ein bekanntes Thema imperialer Planungen; egal, ob es , wie in Israel „Apartheid“ genannt wird, „Föderalisierung“ im Irak, ‚“begrenzte Unabhängigkeit“ im Kosovo oder „lose Konföderation“ in Russland. Gemeint ist immer das Gleiche: „Teile und Herrsche“, unterminiere die Nationalismen indem du die zugrunde liegende Kultur zerstörst [die Methode hat schon Cäsar in Gallien angewendet] und „balkanisiere“ [d.h. spalte das Territorium und die Bevölkerung]. Das ist nicht neu. Erstaunlich ist aber, dass Bush’ s Plan weiter geführt wird, trotz der seit sieben Jahren andauernden außenpolitischen Fehler. Hybris [ Selbstüberschätzung]  und Selbsttäuschung haben ein längeres Leben, als sich jedermann vorstellen konnte.                            

Putin ist umgeben von Ex-KGB Hardlinern, die ihn davor warnten, Amerika zu vertrauen. Sie haben zugeschaut, wie die USA in frühere Satelliten-Staaten der UDSSR einfiel, wie sie die NATO an die russischen Grenzen drängten, und frühere Regime durch „farb-kodierte“ Revolutionen stürzten [z. B. „Orange Revolution“ in der Ukraine]. Sie zeigen auch auf den Tschetschenischen Krieg, in dem US Geheimdienste tschetschenische Rebellen in pakistanischen Lagern ausbildeten, - wo man ihnen beibrachte, Guerilla Aktionen in Gebieten durchzuführen, die kritisch für Russlands Zugang zur ressourcenreichen, kaspischen Region sind.

Michel Chossudovsky hat einige excellente Forschungsarbeit über diese unbekannte Periode russischer Geschichte geleistet. In seinem Artikel “The Anglo-American Military Axis” sagt er:

 

„Die verdeckte US Unterstützung tschetschenischer Rebellen (durch Pakistans ISI [ = Geheimdienst] ) war der russischen Regierung und ihrem Militär bekannt. Aber sie haben dies Thema nie öffentlich gemacht oder auf das diplomatische Parkett gebracht. Im November 1999 klagte der russische Verteidigungsminister, Igor Sergueyev,  Washington offiziell an, tschetschenische Rebellen zu unterstützen. Nach einem Geheimtreffen mit den führenden russischen Militärs gab er bekannt:

„Die nationalen Interessen der USA erfordern einen schwelenden Konflikt im Kaukasus, der von ausländischen Kräften provoziert wird“ ; er fügte hinzu: „Die Politik des Westens stellt eine Herausforderung an Russland dar, mit dem ultimativen Ziel, seine internationale Position zu schwächen, und es aus geostrategisch bedeutsamen Regionen auszuschließen.“

1999, zu Beginn des Tschetschenien Krieges, formulierte und unterschrieb der amtierende russische Präsident Putin eine „Neue Nationale Sicherheits Doktrin“, die Anfang 2000 in Kraft trat. Von den internationalen Medien kaum wahrgenommen, war eine gefährliche Veränderung der Ost-West Beziehungen eingetreten. Das Dokument wiederholte den Anspruch und die Absicht, einen starken russischen Staat zu bilden, das Militär zu stärken und wieder eine staatliche Kontrolle über ausländisches Kapital einzuführen. Das Dokument stellt die Bedrohungen russischer Souveränität und nationaler Sicherheit sorgfältig dar. Es bezieht sich auf die Stärkung „politisch-militärischer Blöcke“ und Allianzen [ im Westen – also: bei uns ! ] als auch auf die NATO-Osterweiterung und „das mögliche Auftauchen fremder Militärbasen und großer Militärpräsenz in unmittelbarer Nähe der russischen Grenzen.“

(Michel Chossudovsky, “The Anglo-American Military Axis”, Global Research)

Es stimmt: es gibt seit einer Dekade  einen geheimen, andauernden Krieg zwischen Russland und den USA, obwohl er in diplomatischen Kreisen kaum diskutiert wird. Der Krieg in Tschetschenien ist weniger eine natürliche Abfolge von Ereignissen und geht nicht um Unabhängigkeit, eher ist er ein Ergebnis ausländischer Intervention und imperialer Selbstüberschätzung. Das gleiche Muster sehen wir bei der Kontroverse um den Kosovo. Die Bush-Regierung und ihre Klienten in der EU versuchen, Serbien zu zersplittern, indem sie eine Initiative für eine „begrenzte Unabhängigkeit“ des Kosovo unterstützen.    

Aber warum „begrenzt“?

Weil Bush weiß, dass eine Unabhängigkeits-Resolution des Kosovo keine Chance hätte, den UN-Sicherheitsrat zu passieren; die einzige Chance, das Völkerrecht zu umgehen, besteht darin, dass eine einseitige Erklärung [ seine „begrenzte Unabhängigkeit“ ) durch die Medien propagiert wird, in der das Wort „Unabhängigkeit“ vorkommt und unterstützt wird. [ Bei der verkürzten Darstellung aller politischen Sachverhalte durch mainstream-media fällt das Wort „begrenzt“ einfach unter den Tisch; was beim Publikum „hängen bleibt“, ist dann nur noch das Wort „Unabhängigkeit“; und wer wollte gegen die Unabhängigkeit, die > heilige < „independence“ der USA sein?!] Nach dem gleichen Muster hätte wohl Abraham Lincoln seinem Gegenspieler Jefferson Davies [ Führer der Südstaaten im amerikanischen Bürgerkrieg] „begrenzte Unabhängigkeit“ gewähren können und so den Bürgerkrieg vermieden ?!

Die Autorin Irina Lebedeva enthüllt die wirklichen Motive der Bush-Regierung betreffs des Kosovo in ihrem Artikel: “USA-Russia: Hitting the same Gate, or playing the same game?” :

Zitat:

„Dokumente der nordatlantischen Allianz (Die USA und ihre EU Verbündeten = NATO) zeigen, dass dieser Block die „Balkanisierung“ des post-sowjetischen Raumes beabsichtigt, indem Einfluß auf die gegenwärtig eingefrorenen Konflikte genommen werden soll; ihre Einmischung wird – entlang der Grenzen Jugoslawiens - schwarz auf weiß dokumentiert. Zum Beispiel der Bericht “The New North Atlantic Strategy for the Black Sea Region” [ „Die neue nordatlantische Strategie für die Region des Schwarzen Meeres“] , vorgelegt vom German Marshall Fund der Vereinigten Staaten beim [ letzten] NATO-Gipfel; er bezieht sich bereits auf das Schwarze Meer und den Süd-Kaukasus als ein „neues Euro-Atlantisches Grenzgebiet, dass durch Sowjet-Erbschafts-Konflikte gebeutelt“ wird. Und „diese Region eingefrorener Konflikte entwickelt sich zu einem funktionellen Aggregat an den neuen Grenzen eines sich ausweitenden Westens.“ Der Bericht stellt fest, „Aserbeidschan und Georgien liefern zusammen sowohl einen einzigartigen Transitkorridor kaspischer Energie nach Europa, als auch einen unersetzlichen Korridor für US geführte NATO-Militärbasen und Operationszentralen in Zentralasien und dem Mittleren Osten.“

Wieder einmal: „Teile und herrsche“ – diesmal als Befehl ganz groß geschrieben für eine ganze Region, deren Verhältnisse und Grenzen  diktatorisch und irrational neu geregelt werden sollen, um die Bedürfnisse von Mega-Unternehmen zu befriedigen, die einen „Transitkorridor für kaspische Energie für Europa sicher stellen“ wollen. Das ist das Neue Große Spiel. Brzezinski hat diese Region eine “kritische Landbrücke zu Europa“ genannt. Andere Leute sprechen von ihr als „neuem Euro-Atlantischem Grenzland“. Aber wie immer man das nennt – es ist eine gute Illustration dafür, wie blutdürstig sich die Washingtoner Mandarine die gesamte Welt zurecht schnitzen, um ihre eigenen geopolitischen Interessen zu verfolgen.

Putin hat nun genug gesehen und unternimmt Schritte, um die US Einmischung zu kontern. Er wird nicht abwarten, bis die Neocons von hinten  ein Zielfernrohr auf ihn richten. In den letzten  Wochen hat er Russland Abstand nehmen lassen von der „Übereinkunft betreffs konventionell bewaffneter Truppen in Europa“ (CFE) und droht damit, seine Truppen und schwere Waffen an die Westgrenzen Russlands zu verlegen. Dieser Zug verstärkt die russische Sicherheit nicht, aber er wird öffentliche Aufmerksamkeit in Europa wecken und möglicherweise eine Gegenbewegung auslösen, die Bush’ s geplante Raketenabwehr an Russlands Grenzen evtl. verhindert.

Der russische Marine Admiral Vladimir Masorin kündigte diese Woche an, dass Russland Teile seiner Flotte in syrische Häfen verlegen werde, wo sie „eine dauerhafte Präsenz im Mittelmeer“ darstellen werden. Die israelische Regierung befindet sich in Panik wegen dieser Ankündigung; sie behauptet, diese Verlegung stelle eine „Störung ihrer elektronischen Überwachung und ihrer Luftverteidigung“ dar; sie bedrohe weiterhin ihre nationale Sicherheit. Putin beabsichtigt allerdings, seinen Plan umzusetzen. Im Hafen von Tartus haben bereits entsprechende Aushubarbeiten begonnen und im syrischen Hafen Latakia wird eine Anlegestelle errichtet.

Gleichzeitig untersuchen russische Offizielle die Möglichkeit, Militärbasen in Serbien zu errichten; sie wurden von den Führern der Serbischen Radikal-Nationalen Partei eingeladen, dies Thema zu diskutieren. Diese Gespräche beabsichtigen eindeutig, das Streben der USA hinsichtlich des Kosovo zu verhindern.

Russland lieferte in dieser Woche auch eine Schiffsladung nuklearen Materials zum Iran; das bedeutet, das die kontroverse Nuklearanlage in Bushehr [im Iran] innerhalb drei Monaten voll funktionsfähig sein könnte. Dazu kündigten iranische Offizielle am Montag ihre Pläne an, in Widerspruch zu US Anweisungen ihre nuklearen Ziele weiter zu verfolgen und eine zweite Anlage zu bauen.

Letzen Montag startete „Russland eine neue Interkontinentalrakete , die Teil eines Systems ist, das jede Anti-Raketenabwehr, die eventuell installiert würde, ausschalten kann.“, wie Reuters berichtete. „Die Rakete wurde gestartet von dem Atom-U-Boot Tula in der Barentssee.“

„Die derzeitige militärische hardware in unseren Waffen, und die, die in den nächsten Jahren folgen wird, befähigt unsere Raketen, jedes Anti-Raketen-System auszuschalten – auch die der Zukunft.“ , sagte Col.-Gen Nikolai Solovtsov zu Journalisten, wie Reuters berichtete.

Bush’ s Raketenabwehrsystem hat einen neuen Nuklearwaffen-Wettlauf initiiert. Willkommen im neuen Kalten Krieg.

Schliesslich warnte Col.-Gen Nikolai Solovtsov : „Ein eventueller Start von US Raketen aus Zentral-Europa kann einen Gegenangriff von Interkontinentalraketen provozieren … Wenn wir annehmen, dass der Iran die USA angreift, würden Raketen aus Polen abgeschossen werden, sie flögen auf Russland zu und wären in Bauweise und Flugtrajektorie sehr ähnlich den ICBMs [ICBM = InterContinental Ballistic Missiles = Interkontinentalraketen]. ” (Novosti Russian News Agency)

Balyevsky's Szenario eines „zufälligen“ Dritten Weltkrieges ist wahrscheinlicher als jemals zuvor, weil Bush seine Pläne für eine Raketenabwehr weiter treibt. Russlands automatisiertes Raketenwarnsystem kann ausgelöst werden, wenn Interkontinentalraketen in den russischen Luftraum fliegen. Dies ist ein äußerst gefährliches Spiel und kann jedes Lebewesen auf dem Planeten treffen.

Das amerikanische Volk hat in großem Umfang keine Ahnung von dieser verantwortungslosen Politik, die in ihrem Namen betrieben wird. Die Gefahren, die das Raketenabwehrsystem birgt, sind von den amerikanischen Medien ignoriert worden und Russlands Proteste wurden als trivial abgewiesen. Aber die Feindseligkeiten wachsen stetig an; Militärkräfte und Waffen werden in Stellung gebracht, und die Bühne ist für einen großen Konflikt bereitet. Dies ist so ernst wie die Kubakrise, - allerdings kann es sich Russland diesmal nicht leisten, nachzugeben.

Putin wird die Installation dieser Systeme nicht erlauben, auch nicht, wenn er sie durch Waffengewalt verhindern muss. Sie sind eine direkte Bedrohung für Russlands nationale Sicherheit. Wir würden von unseren Führern das Gleiche erwarten.

Mike Whitney

Global Research, December 20, 2007

Quelle www.globalresearch.ca

Übersetzung: Klaus Jaeger; www.cluster1.eu