Nachdem überraschend guten Abschneiden der konservativen Wählervereinigung „Bürger in Wut“ (BIW) zur Bremer Bürgerschaftswahl 2007 mehren sich die Anzeichen, dass dieser potentielle Konkurrent im bürgerlichen Lager vom herrschenden Parteienkartell gegängelt wird. Hier eine Information der BIW:
BIW-Wahlerfolg in Bremen – Stand der Dinge
Viele Freunde und Sympathisanten der BÜRGER IN WUT trauten am Abend des 13. Mai 2007 ihren Augen nicht, als die ersten Hochrechnungen zur Bürgerschaftswahl in Bremen über die Bildschirme flimmerten. Die zeigten die BIW nämlich bei 5% der Stimmen. Und das hätte den Einzug in den Landtag des kleinsten deutschen Bundeslandes bedeutet. Doch bei Bekanntgabe des vorläufigen amtlichen Endergebnisses stellte sich dann heraus, daß die BIW bei der Bürgerschaftswahl exakt 4,998% der Stimmen erreicht hatte. Und das bedeutete in absoluten Zahlen: Uns fehlte am Ende nur eine einzige Stimmen für ein Mandat in der Bürgerschaft, und das bei insgesamt 44.336 abgegebenen gültigen Stimmen. Ein derart knappes Ergebnis hat es bei einer Landtagswahl in der Bundesrepublik Deutschland noch nie gegeben.
Eingezogen sind die BÜRGER IN WUT dagegen in die Stadtverordnetenversammlung Bremerhaven. Hier holten wir 5,4% der Stimmen und sind nun mit 3 Abgeordneten im Parlament dieser Großstadt vertreten.
Wir sind wiederholt gefragt worden, warum wir in manchen Ergebnisdarstellungen zur Bremer Bürgerschaftswahl nur mit einem Stimmenanteil von 0,8% ausgewiesen werden, obwohl wir doch fast den Sprung in den Landtag geschafft hätten. Das hängt mit einer Besonderheit im Bremer Wahlrecht zusammen: Im Land Bremen gibt es zwei Wahlbereiche, Bremen und Bremerhaven. Um in die Bürgerschaft einzuziehen ist es für eine Partei oder Wählervereinigung ausreichend, in einem der beiden Wahlbereiche über die 5%-Hürde zu kommen. Das ist uns im Wahlbereich Bremerhaven mit einem Stimmenanteil von exakt 4,998% fast gelungen. Für den Wahlbereich Bremen haben wir dagegen keine Kandidaten aufgestellt, weil die uns für den Wahlkampf zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel nicht ausgereicht hätten. Hier sind wir deshalb mit 0,00% in die Statistik eingegangen. Unter dem Strich ergibt sich somit für das Land Bremen ein Ergebnis von 0,8%.
Allerdings gibt es auch in der Stadt Bremen einen BIW-Erfolg zu vermelden, und zwar auf kommunaler Ebene. Im Stadtteil Horn-Lehe wurde unser Mitglied Werner Fincke, der zugleich Vorsitzender unserer Landesgruppe Bremen ist, nach 2003 erneut in den Beirat dieses Bezirkes gewählt. Die Wiederwahl von Werner Fincke, der sich durch seine engagierte Arbeit der letzten Jahre den Respekt aller Parteien im Beirat erworben hat, zeigt, daß die Wählervereinigung BÜRGER IN WUT keine Eintagsfliege ist, sondern langfristig orientiert politische Sacharbeit zum Wohle unseres Landes leistet.
Nachdem die BÜRGER IN WUT vor der Wahl von den lokalen Medien allenfalls am Rande beachtet und mitunter milde belächelt wurden, sind wir nach unserem Erfolg schlagartig in die Fokus des Interesses gerückt. Und das nicht nur bei der Presse, sondern auch den Behörden in Bremerhaven, die von dem hervorragenden Abschneiden der BIW völlig überrascht wurden. Hier hatte man im Vorfeld eher mit einem Erfolg der Wählervereinigung „Bremen muß leben“ des Hamburger Journalisten Joachim Siegerist gerechnet. Deren Kandidaten mußten sich vor dem 13.05. allerlei Schikanen des Wahlamtes gefallen lassen, speziell in Bremerhaven. Nun sind es die BÜRGER IN WUT, denen die Behörden in Bremerhaven offenbar den Garaus machen wollen. Nur 3 Tage nach der Wahl erhielt der BIW-Bundesvorsitzende und Spitzenkandidat für die Bürgerschaftswahl, Jan Timke, ein Schreiben des Bremerhavener Ordnungsamtes. Darin wird ihm mitgeteilt, daß die Stadt beabsichtige, das Melderegister in seinem Fall zu berichtigen. Man gehe davon aus, daß Jan Timke seine Hauptwohnung gar nicht in Bremerhaven, sondern in Berlin habe, weil er dort auch arbeite. Hat ein Kandidat seine Hauptwohnung nicht im Land Bremen, dann ist er dort nicht für das Landesparlament wählbar. Das weiß natürlich auch die Stadtverwaltung Bremerhaven. Die will deshalb das Melderegister sogar rückwirkend ändern. Jan Timke hätte dann am 13.05. die Wahlrechtsvoraussetzung Hauptwohnung nicht erfüllt, durfte also gar nicht kandidieren. Sollte sich bei einer Nachzählung der Stimmen zur Bürgerschaftswahl, die von BÜRGER IN WUT zwischenzeitlich beantragt wurde, herausstellen, daß die BIW doch mehr als 5% der Stimmen gewonnen hat, könnte Jan Timke sein Mandat im Landesparlament nicht antreten.
Gegen den Verwaltungsakt hat Jan Timke Widerspruch eingelegt und dargelegt, daß er als Polizeibeamter im Schichtdienst mit zusammenhängenden Freizeitausgleich sehr wohl überwiegend in Bremerhaven lebt, wo er nicht nur politisch aktiv, sondern auch in diversen Vereinen Mitglied ist. Und daß er in den drei Monaten vor der Wahl praktisch ausschließlich in Bremerhaven war, um dort Wahlkampf für die BÜRGER IN WUT zu machen, ist unmittelbar einleuchtend. Nicht so für das Bürger- und Ordnungsamt der Stadt.
Post von der Meldebehörde erhielt auch Anne Laue, BIW-Spitzenkandidatin für die Stadtverordnetenversammlung Bremerhaven. Anne Laue war Anfang des Jahres von Bremen nach Bremerhaven gezogen. Auch in ihrem Fall behauptet das Ordnungsamt, ihre Hauptwohnung befinde sich nicht in Bremerhaven, sondern in Bremen, weshalb das Melderegister ebenfalls geändert werden müsse. Auf Basis dieser Verfügung hat der Stadtwahlleiter von Bremerhaven, Ulrich Freitag (SPD), einen Antrag bei der Stadtverordnetenversammlung Bremerhaven auf Ausschluß von Anne Laue aus dem Stadtparlament gestellt, in das sie erst am 13. Mai gewählt worden war. Der Antrag sollte nach dem Willen der Großen Koalition aus SPD und CDU, die in Bremerhaven regiert, schon auf der konstituierenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 6. Juli durchgepeitscht werden. Doch dieser Plan konnte vom Anwalt der BIW in letzter Sekunde vereitelt werden. Nun soll der Antrag auf der nächsten Sitzung des Parlamentes im September erneut zur Abstimmung gestellt werden. Wird er von der Mehrheit der Abgeordneten angenommen, muß das Verwaltungsgericht über die Rechtmäßigkeit des Mandatsverlustes von Anne Laue entscheiden. Auf das Ergebnis darf man gespannt sein.
Die BÜRGER IN WUT und ihre Vertreter sehen sich aber nicht nur den Angriffen von Behörden, der etablierten Politik und Teilen der Presse ausgesetzt. Auch Neider aus dem ultrarechten Lager versuchen, dem BIW ein Bein zu stellen, und das offenbar Hand in Hand mit dem politischen Gegner bzw. den Medien. Den BIW liegt eine an das Stadtwahlleiter gerichtete E-Mail mit fingiertem Absender vor, in der behauptet wird, bei den Wohnungen von Jan Timke und Anne Laue in Bremerhaven handele es sich um „Scheinadressen“. Nach Informationen des BIW wurde diese Mail von Funktionären einer rechtsradikalen Bremer Splittergruppe an die Behörde geschickt.
Ein anderer Akteur aus der rechten Ecke, der nach dem Wahlerfolg der BÜRGER IN WUT Front gegen die BIW macht, ist der ehemalige Bremer Landesvorsitzende der Deutschen Partei, Reinhold Thiel. Thiel war als Spitzenkandidat der Deutschen Partei 2003 selbst zur Bürgerschaftswahl angetreten. Als Wahlziel hatte er seinerzeit ein Ergebnis von 35% (!) ausgegeben. Am Wahlabend waren es gerade einmal 0,5%. Ein Jahr später verließ Thiel die DP. Thiel steht heute im politischen Abseits. Doch das hält den Mann nicht davon ab, in übler Form gegen BÜRGER IN WUT zu hetzen. In einem Leserbrief an die Bremerhavener „Nordsee-Zeitung“ unterstellt Thiel den BIW-Kandidaten und namentlich Jan Timke öffentlich, sich nicht an die Gesetze gehalten und gegenüber den Behörden „vorsätzlich falsche Angaben“ gemacht zu haben. Gleichzeitig empfiehlt er der Stadt Bremerhaven, strafrechtlich gegen die BIW-Kandidaten vorzugehen.
Normalerweise würde keine seriöse Zeitung ein Pamphlet dieses Inhaltes, das jegliche Kenntnis der tatsächlichen juristischen Zusammenhänge vermissen läßt und zudem strafrechtlich relevant ist, auf ihrer Leserbriefseite veröffentlichen. Doch wenn es gegen die BÜRGER IN WUT geht, ist man sich bei der „Nordsee-Zeitung“ dafür nicht zu schade. Die Kumpanei zwischen rechten Querulanten und linker Presse funktioniert also tadellos - jedenfalls in Bremerhaven.
Daß rechte Gruppierungen bei Wahlen in Konkurrenz zueinander antreten, ist Teil des politischen Wettbewerbs, zu dem sich die BIW immer bekannt haben. Wenn aber versucht wird, eine erfolgreiche bürgerlich-konservative Organisation wie die BIW und ihre Kandidaten aus durchsichtigen Motiven in der Öffentlichkeit gezielt zu diskreditieren, dann wirft das ein bezeichnendes Licht auf den Zustand der politischen Rechten in Deutschland. Die Erfahrungen, die BÜRGER IN WUT derzeit in Bremen machen müssen, bestärken uns in der Ansicht, daß der Traum von der Einigung aller rechten Gruppen in Deutschland eine große Illusion ist. Im Gegensatz zu den Linken in Deutschland fehlt es der Rechten an einer gemeinsamen politischen Vision. Eine solche Vision ist aber unverzichtbare Voraussetzung für die Solidarität untereinander. Statt dessen tummeln sich im rechten Lager haufenweise politische Sonderlinge und Einzelkämpfer, von denen jeder einzelne felsenfest davon überzeugt ist, zum „Retter Deutschlands“ auserkoren zu sein. Die „geeinte Rechte“ ist deshalb eine Chimäre. Aus diesem Grund werden sich die BÜRGER IN WUT an derartigen Einigungsbestrebungen nicht beteiligen, die zudem eine klare Abgrenzung nach Rechtsaußen häufig vermissen lassen. Auch das ist für uns nicht akzeptabel.
Wir BÜRGER IN WUT werden statt dessen unsere erfolgreiche Linie konsequent fortsetzen. Die Maxime der BIW lautet: Die stärkste unter den bürgerlich-konservativen Gruppen wird sich am Ende durchsetzen. Nach dem Erfolg in Bremen haben die BIW derzeit die besten Chancen, diese Führungsrolle zu übernehmen. Und deshalb werden wir uns auch nicht einschüchtern lassen, weder von den Behörden und der Presse noch von rechten Wadenbeißern.
Die BÜRGER IN WUT haben am 09.07. frist- und formgerecht einen auf 44 Seiten umfangreich begründeten Einspruch gegen die Wahl zur Bremischen Bürgerschaft beim Landeswahlleiter eingereicht. Bei unseren Recherchen konnten wir in verschiedenen Wahlbezirken Bremerhavens zum Teil gravierende Verstöße gegen die gesetzlichen Vorschriften feststellen, die bei der Auszählung der Stimmen und der Ermittlung des Wahlergebnisses einzuhalten sind. Der Stadtwahlleiter von Bremerhaven hat nun 4 Wochen Zeit, sich zum Schriftsatz des BIW zu äußern. Danach entscheidet das Wahlprüfungsgericht. Da die festgestellten Fehler zahlreich sind und der Liste BÜRGER IN WUT für den Einzug in die Bürgerschaft nur eine Stimme fehlt, stehen unsere Chancen gut, daß es zumindest eine Nachzählung der Stimmzettel im Wahlbereich Bremerhaven geben wird. Vielleicht ordnet das Gericht aber auch eine Wiederholungswahl in Bremerhaven an. Dann werden die Karten neu gemischt.
Wenn Sie sich ausführlich über die Vorgänge in Bremerhaven und den aktuellen Stand der Entwicklung zeitnah informieren wollen, dann besuchen Sie die Internetseite der Ortsgruppe Bremerhaven des BIW unter der Adresse www.bremerhaven-zuerst.de.
Die juristischen Auseinandersetzungen mit den Behörden in Bremerhaven und unsere Bemühungen, eine Überprüfung der Bürgerschaftswahl vom 13. Mai durchzusetzen, das alles kostet nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld. Nach unserem erfolgreichen Wahlkampf sind die finanziellen Reserven der BIW praktisch aufgebraucht. Es besteht deshalb die echte Gefahr, daß die BÜRGER IN WUT ihren Kampf vorzeitig beenden müssen, weil uns die Mittel ausgehen. Deshalb noch einmal die dringende Bitte an alle Freunde, Sympathisanten und Förderer des BIW: Unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende! Wir haben bei der Wahl in Bremen am 13. Mai einen großartigen Erfolg errungen, mit dem kaum jemand gerechnet hat. Sollte es uns jetzt gelingen, als Ergebnis einer Nachzählung der Stimmzettel doch noch in den Landtag von Bremen einzuziehen, dann wäre der erste politische Durchbruch einer bürgerlich-konservativen Vereinigung in Deutschland seit Ronald B. Schill perfekt. Und wir haben die große Chance, dem arroganten Politik-Establishment in Bremen, das mit allen Mitteln versucht, die BÜRGER IN WUT aus den Parlamenten fernzuhalten, einen gehörigen Denkzettel zu verpassen. Doch das geht nur mit Ihrer Hilfe.