Die LINKEN sind der ALLIANZ sehr böse und versuchen diese zu negieren, in der Hoffnung, dass es ihr nicht gelingt, sich als Partei und ernstzunehmende oppositionelle Kraft zu etablieren, geschweige denn, die 5%-Hürde zu schaffen. Die LINKE sieht in der ALLIANZ Spalter, welche der LINKEN Mitglieder und Stimmen abjagen wollen, um diese zu schwächen. Sie vergessen aber, dass es aus verschiedenen Gründen viele Demokraten gibt, die a u c h echte Volksinteressen vertreten, aber aus verschiednen Gründen nie die LINKEN wählen würden.
Doch die Etablierung einer ALLIANZ demokratischer Kräfte, die sich n i c h t als Linke verstehen, aber sich dennoch als konsequente politische Gegner des neoliberalen Parteienfilzes verstehen, ist notwendig, denn die LINKE ist objektiv betrachtet, gesamtdeutsch nicht in der Lage, jemals die absolute Mehrheit zu erringen, die notwendig ist, um die existentiellen gesellschaftlichen Veränderungen demokratisch durchsetzen zu können. Auch die Mitglieder und Sympathisanten der ALLIANZ haben erkannt, dass die Politik der Neoliberalen nicht nur kontinuierlichen Demokratie- und Sozialabbau bedeutet, sondern auch unweigerlich die Menschheit in den Abgrund reißt, wenn es nicht gelingt, deren heuchlerische Barbarei auf demokratische Weise, durch eine GROSSE KOALITION a l l e r Aufklärer und Humanisten zu überwinden. Doch wodurch unterscheiden sich beide Oppositionsparteien? Die LINKEN haben mit der WASG fusioniert zu einer Art Einheitspartei. Trotz großzügiger Zugeständnisse an die zahlenmäßig weitaus geringerer WASG , um die Fusion zu ermöglichen, hat natürlich die ehemalige PDS das Sagen. Auf der anderen Seite ist bereits jetzt deutlich zu erkennen, dass sich Lafontaine anschickt, das politische Profil der LINKEN maßgeblich zu bestimmen. Ganz gleich, wie man Lafontaine’s politische Ambitionen einschätzt, besteht die Gefahr einer oligarchischen Herrschaft, bei der das Fußvolk wenig zu bestimmen hat, was aus demokratischer Sicht gefährlich wäre. Zudem ist bereits aus dem schwammigen Parteiprogramm-Entwurf erkennbar, dass die LINKE nicht sehr konsequent ist und die Formulierungen Hintertürchen bezüglich Privatisierung und Krieg offen lassen.
Die Linken verstehen sich traditionsgemäß vor allem als politische Vertreter des Proletariats, das es in der geschlossenen Form wie zu Zeiten Karl Marx’ heute offensichtlich nicht mehr gibt. Denn zwischen Arbeiteraristokraten, Arbeiterreaktionären, Arbeitern, dem Prekariat, den Arbeits- und Obdachlosen klaffen Riesenlöcher, so dass man von einer einheitlichen Arbeiterklasse heutzutage nicht mehr sprechen kann, ohne unwissenschaftlich zu werden. Die LINKE kann sich heutzutage nicht mehr anmaßen, Interessenvertreter des g e s a m t e n Volkes zu sein. Doch wer gehört zum Volk? Bundespräsident Köhler meint, er gehöre auch dazu. Das Volk, das war in frühfeudalen Zeiten das Gefolge, waren die Fußlatscher und Frondienstler, die den Herren Abgaben zu leisten hatten, mit in den Krieg ziehen mussten. Wenn man die letzten 9000 Jahre der Menschheitsgeschichte an seinem inneren Auge Revue passieren lässt, so gab es in dem Zeitalter des Patriarchats bisher eigentlich immer nur Herren und Knechte, Herrscher und Beherrschte. Auch heute noch, trotz bürgerlicher Sacheindemokratie, wird das Volk, die große Volksmasse, schlau und raffiniert beherrscht von den Herren unserer Zeit, den Konzernherren und Großbankiers, die uns einreden wollen, dass es zu den neoliberalen Sachzwängen, die menschengemacht und deshalb auch veränderbar sind, keine Alternative gäbe.
Wodurch unterscheidet sich aber die ALLIANZ DEMOKRARITISCHER PARTEIEN UND ORGANISATIONEN von den LINKEN? Sie ist nicht als Parteienfilz, als Einheitspartei gedacht, sondern als lose Vernetzung demokratischer Organisationen , die a l l e Schicht des Volkes vertreten, die unter der neoliberalen Scheindemokratie zu leiden haben. Aber diese basisdemokratisch von unten gewachsenen Organisationen werden ihre Autonomie, ihre eigenen Strukturen behalten. Durch die Möglichkeit einer Doppelmitgliedschaft ist es möglich, diese in einer Allianz lose zu vernetzen, so dass Selbstbestimmung und vernünftige Kooperation eine dialektische Einheit bilden. Das, was a l l e Mitglieder der ALLIANZ inhaltlich grundsätzlich verbindet, muss Inhalt eines unveräußerlichen GRUNDKONSENS sein, der die Lösung konkreter Ziele künftigem dialektischen Meinungsstreit überlässt, verbunden mit einer vielseitigen Volksaufklärung und bei essentiellen Problemen Volksbefragungen und Plebisziten. Keine Kompromisse darf es geben bezüglich der Mehrung des Gemeineigentums, der Demokratisierung des Geld-, Zins- und Bodenrechts, der Priorität des Naturschutzes, der Verkürzung der Arbeitszeit, konsequentem Pazifismus, der Gleichberechtigung der Völker, und Geschlechter, der gleichen Bildungschancen für alle, des Anspruchs auf einen gemeinnützigen , sozial abgesicherten Arbeitsplatzes und e c h t e r V o l k s s o u v e r ä n i t ä t.
Die ALLIAINAZ betrachtet die LINKE nicht als ihren Gegner, sondern als Wettbewerber im Kampf um die Herzen und Hirne einer stetig wachsenden, aufgeklärten demokratischen Volksmehrheit. Schon Paracelsus forderte: Sei niemandes Herr und niemandes Knecht! HUMANISTEN ALLER LÄNDER VEREINIGT EUCH, soll unsre Losung sein. Unter Humanisten verstehen wir alle, die nicht nur die politischen und sozialen Menschenrechte fordern, sonder auch bereit sind, bei deren Verwirklichung aktiv mitzuhelfen.
Die Idee wird zur materiellen Gewalt, wenn die bewährten, weltweit anerkannten aufklärerisch-humanistischen Gedanken die Massen ergreifen. Eine immer breitere Volksaufklärung sei unser Weg, mehr H u m a n i t ä t unser Ziel!
Günter Rahm